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Die blauen Kraterseen des Kelimutu Vulkans | Flores, Indonesien

By on 4. November 2018

In der Nähe von Moni befinden sich die Kraterseen des Kelimutu Vulkans. Dieser Vulkan ist noch nicht erloschen, aber der letzte Ausbruch ereignete sich schon 1968. Die drei Seen, die sich in seinen Kratern befinden, leuchten je nach Tages- und Jahreszeit in Rot, Blau oder Schwarz. Der Grund dafür sind gelöste Mineralien aus dem Erdinneren, die in die Seen gelangen.
Der graue Vulkan bildet mit seinen hell strahlenden Seen einen krassen Kontrast zu der ansonsten immergrünen Landschaft von Flores.

Fahrt von Ende nach Moni

Von Labuan Bajo aus ging es für uns mit dem Flugzeug in weniger als einer Stunde nach Ende an der Südküste von Flores.

Am Flughafen Ende angekommen wird man sofort von mehreren Fahrern umzingelt, die einen einerseits für 300.000 IDR (ca. 18 €) direkt nach Moni oder für 50.000 IDR (ca. 3 €) zur ca. 5 km entfernten Busstation bringen wollen. Handeln bringt bei den Fahrern leider kaum etwas. Nach mehreren Minuten konnten wir einen Fahrer zumindest auf 40.000 runterhandeln, um zur Busstation zu kommen. Dort angekommen wurden wir zu einem Bus gebracht der bei uns schon auf dem Schrottplatz gelandet wäre. Pro Person sollte die Fahrt 20.000 IDR (ca. 1.5€) kosten. Das hörte sich nach einem guten Preis an. Nachdem wir unser viel zu schweres Gepäck im Bus verstaut hatten, hieß es auch schon wieder aussteigen, da der Bus doch nicht nach Moni fahren sollte.

Wir haben gelesen, dass dies ein berüchtigter Trick der Taxi-Mafia sein soll, um die leichtgläubigen Touristen doch noch in die überteuerten Taxen zu treiben. Aber bei uns schien es doch zu stimmen.

Nachdem wir ca. 1 Stunde gewartet haben, mit etlichen Busfahrer gesprochen und zweimal ein- und wieder ausgestiegen sind, ging es für nun 30.000 IDR pro Person mit einem kleinen Minibus nach Moni. Von der Hauptstraße aus waren es dann nochmal 5 Minuten mit dem Scooter (wir haben vor einem Guesthouse einfach jemanden angesprochen, ob er uns fahren könne) zu unserem Homestay.

Auch wenn die Anreise mit dem Bus etwas länger gedauert hat war es für uns die beste Lösung um auch etwas vom normalen Leben mitzubekommen. Vom Busbahnhof in Ende bis nach Moni waren es 1,5 Stunden Fahrt, die bei der atemberaubend grünen Aussicht aus dem Busfenster wie im Fluge vergingen.

Wie komme ich hoch zum Vulkan?

Von Moni aus gibt es 4 Möglichkeiten zum Vulkan zu kommen:

  • Ihr lasst Euch mit einem Auto hochfahren (Private Car)
  • Ihr lasst euch mit einem Scooter hochfahren
  • Mietet einen Scooter und fahrt selbst hoch zum Krater
  • Wollt ihr Geld sparen? Dann lauft von Moni zum Krater (und auch wieder runter)

Private Car
Für knapp 250.000 IDR hatten wir einen Fahrer von unserem Guesthouse organisieren lassen, der uns hoch zum Parkplatz brachte. Das hat ca. 45 Minuten gedauert und war natürlich sehr komfortabel. Wenn wir nicht runter gelaufen wären, hätte der Fahrer oben auch auf uns gewartet, um uns wieder runter zu bringen.

Per Scooter fahren lassen
Bezahlt ihr 150.000 IDR pro Person, dann werdet ihr per Scooter auf den Gipfel gebracht. Wenn man zu zweit ist, dann lohnt sich das Ganze aber schon finanziell nicht mehr.

Selbst mit dem Roller hochfahren
Selbst mit dem Scooter hoch zu fahren halten wir für die Beste und auch kostengünstigste Möglichkeit, um zum Kelimutu Krater zu kommen. Die Straße zum Gipfel wurde gerade (Stand November 2018) komplett neu asphaltiert und ist daher sehr gut zu fahren. Auch könnt ihr den Scooter am Nachmittag noch für weitere Aktivitäten benutzen.

Zu Fuß hoch laufen
Wenn ihr sehr gerne wandert und Euch auch das Eintrittsgeld sparen wollt, dann könnt ihr auch zum Kelimutu hoch und wieder runter wandern. Da der Wanderweg weit hinterm Eingangstor zum Kelimutu Nationalpark auf die Straße trifft, spart ihr Euch das Eintrittsgeld von 150.000 IDR pro Person. Die Strecke von Moni ist ca. 11km lang und dauert je nach Kondition 3-5h.

 

Zum Sonnenaufgang auf den Vulkan oder lieber tagsüber?

Die allermeisten Leute wollen früh zum Sonnenaufgang am Vulkan sein. Wenn man gegen 4 Uhr morgens Moni verlässt und dann im stockdunklen das letzte Stück hoch zum Krater läuft hat man gute Chancen einen spektakulären Sonnenaufgang zu sehen. Da uns die Anstrengung so früh aufzustehen aber zu groß war und wir das Erlebnis ungerne mit vielen anderen Touristen teilen wollten, haben wir uns entschieden ganz entspannt nach dem Frühstück hoch zu fahren. Zu dieser Zeit trafen wir keine anderen westlichen Touristen und nur vereinzelt indonesische. Wir hatten die Krater damit fast für uns und das ist uns manchmal mehr wert als ein noch so wunderschöner Sonnenaufgang, den man mit hundert anderen teilt.

Wenn ihr also nicht unbedingt den Sonnenaufgang sehen wollt – der allzu oft auch wolkenverhangen sein kann – dann nehmt Euch die Zeit und fahrt erst Vormittags (oder auch Nachmittags) dorthin.

Unsere Erlebnisse auf dem Krater

Nachdem wir gegen 10 Uhr am Parkplatz abgesetzt wurden liefen wir den gut ausgeschilderten Weg ca. 20 Minuten etwas bergauf bis wir zu den Kraterseen kamen. Dieser heftige Kontrast zwischen den grauen, schroffen Felsen und dem türkisblauen Wasser in den Seen hat uns beim ersten Blick nach unten echt umgehauen. Man geht nichtsahnend auf den ersten Aussichtspunkt zu und hat dann den freien Blick fast senkrecht nach unten. Die beiden blauen Seen liegen dabei direkt nebeneinander und können von verschiedenen Aussichtspunkten betrachtet werden. Wir sind auch an den Absperrungen vorbei gegangen und konnten so auch andere Blickwinkel auf die Seen entdecken. Die beiden blauen Seen sind nur durch einen schmalen Grat voneinander getrennt. Der dritte, kleinere See ist etwas abseits und optisch auch gar nicht so spektakulär.

Die ganze Zeit haben wir nur wenige andere Touristen gesehen und manche Gruppen von Jugendlichen wollten es sich auch nicht nehmen lassen mit uns Selfies zu machen. Auf dem Hauptweg zwischen den beiden großen Seen gibt es auch einige Stände, wo man Souvenirs und Snacks kaufen kann. Nach ca. 2 Stunden fotografieren haben wir dann den Rückweg angetreten. Dabei sind wir noch einen kleinen Umweg durch ein Arboretum gelaufen. Das ist eine Art Mini-Dschungel mit verschiedenen Pflanzen- und Baumarten, die auch jeweils mit kleinen Schildchen versehen sind, damit man auch weiß, was man vor sich hat. Sehr interessant und eine willkommene Abwechslung zum Hauptweg.

Nachdem wir wieder am Parkplatz angekommen waren fing unser beschwerlicher Abstieg nach Moni an.

Vom Krater runter laufen oder runter fahren?

Wir hatten uns für die Variante entschieden hoch zum Kelimutu mit einem Private Car zu fahren und hinunter zu wandern. Nicht unbedingt um Geld zu sparen, sondern weil wir gehört hatten wie schön die Wanderung vom Kelimutu runter nach Moni sein soll. Man käme an Hot Springs und an einem Wasserfall vorbei und würde durch dichte Wälder mit vielen Affen laufen. Nichts von alledem können wir bestätigen!

Die erste Zeit war die Wanderung noch recht schön. Man läuft steil begab und hat dabei oft den Blick frei ins Tal und teilweise sogar auf den weit entfernten Ozean. Aber nach ca. 1-2 Stunden ändert sich das Bild und spätestens wenn man am „Traditional Village“ Pemo vorbei kommt (was eigentlich gar nicht traditionell ist, sondern ein ganz normales Dorf) wird die Strecke nur noch anstregend (ständiges auf und ab) und auch die Schönheit der umgebenden Landschaft hält sich in Grenzen.

Nach mehr als 3 Stunden Wandern schauten wir auf die Karte und realisierten, dass wir noch nicht mal die Hälfte der Strecke nach Moni hinter uns gebracht hatten! In Anbetracht der Uhrzeit und auch unserer Kondition entschieden wir jemanden zu fragen. ob er uns per Scooter runter nach Moni bringen könne. Gesagt getan und für 80.000 IDR pro Person (ca. 5 €) brachten uns 2 Jungs auf ihren Rollern in knapp 40 Minuten runter ins Dorf. Wenn ich mir überlege dass wir die ganze Strecke, die wir gefahren sind, hätten laufen müssen, dann wird wir jetzt noch ganz anders.

Hot Springs und der Wasserfall in Moni

Abgesehen davon kommt man an den „Attraktionen“ wie den Hot Springs oder dem Wasserfall gar nicht wirklich vorbei auf dem Weg nach unten. Der Wasserfall liegt nämlich direkt in Moni (in der Nähe des Rainbow Cafes) und die Hot Springs würden einen Umweg auf der Wanderung nach Moni bedeuten und kosten sogar Eintritt.

Daher unsere klare Empfehlung, wenn ihr nicht unbedingt Geld sparen wollt und Euch das Wandern wirklich sehr viel Spaß macht, dann lauft nicht runter, sondern lasst Euch fahren oder nehmt direkt einen Roller. Das ist insgesamt gesehen auch die günstigste Varianten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass manche den Abstieg in 2-3 Stunden schaffen, wie wir es in diversen Blogs gelesen haben. Aber vielleicht sind wir auch einfach nicht so gut zu Fuß.

Weitere Aktivitäten in Moni

Abgesehen vom sehr unspektakulären Murundao Wasserfall in Moni und der natürlich wunderschönen und sattgrünen Landschaft, gibt es aber noch eine weitere Attraktion, die wir Euch nicht vorenthalten wollen: Die Tiwu Kea Schlucht.

Von diesem Canyon erzählte uns ein Typ, den wir in unserem Guesthouse trafen. Er sprach von einer Höhle und einem Wasserfall ganz unweit von Moni. Er wisse aber nicht genau wo sich diese befinden. Das aktivierte aber unsere Abenteuerlust und so recherchierten wir auf Google Maps und hatten schnell den Punkt gefunden, wo wir hinfahren mussten. Nach ca. 30 Minuten Fahrt parkten wir unseren Scooter auf einem kleinen Feld neben der Straße und begannen die Wanderung hinab zum Tiwu Kea Fluss. Den genauen Standort findet ihr hier bei Google Maps.

Dort unten erwartete uns zwar weder eine Schlucht noch ein Wasserfall (zumindest haben wir nichts davon gesehen) aber dafür ein wirklich idyllischer Fluss, der sich zu einem respektablen Canyon verengte. Um zum Canyon zu gelangen muss man durch den Fluss laufen und teilweise sogar schwimmen, weil einem das Wasser zeitweise bis zum Bauch reicht. Während man durch das Wasser schwimmt türmen sich die Felsen über einem zu einem gewaltigen Canyon zusammen und bilden teilweise sogar ein richtiges Dach über dem Fluss. An einigen stellen hängen auch Lianen von den Felsen herab an denen man sich dann von der einen zur anderen Seite schwingen kann. Ein super Erlebnis.

Strände in der Nähe

Wer doch noch etwas Strandfeeling gebrauchen kann der fährt einfach weiter zum nicht weit entfernten Mbuliwaralau Beach oder direkt zum berühmten Koka Beach, der nochmal 1h vom Tiwu Kea Fluss entfernt ist. Da wir aber an beiden Stränden nicht waren können wir hierzu leider keine weiteren Tipps geben.

Eine wichtige Information ist übrigens noch, dass es in Moni – entgegen anders lautender Berichte – doch einen Geldautomaten gibt. Dieser ATM befindet sich unweit des Rainbow Cafes mitten in Moni.

Was habt Ihr am Kelimutu erlebt oder habt ihr noch weitere Tipps für die Umgebung? Immer her damit und schreibt uns einen Kommentar!

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