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Ein Wochenende Mallorca – Wandern und Entspannen abseits des Ballermanns

By on 28. August 2018

Nachdem wir zuletzt schon für nur 3 Tage nach Andalusien geflogen sind flogen wir nun für nur 2 Tage nach Mallorca. Des deutschen liebste Ferieninsel wird mehrmals täglich angeflogen, weshalb es zum Beispiel bei Ryanair immer wieder sehr günstige Flugtickets gibt. Wir sind für nur 42 Euro Samstags früh um 6 Uhr hin und Montags früh um 6 Uhr zurückgeflogen. Abgesehen vom Flug ist Mallorca in der Hauptsaison leider nicht so billig. Für eine einfache Unterkunft mit Gemeinschaftsbad wird man schon zwischen 50-100 Euro pro Nacht los. Möchte man ein eigenes Bad haben muss man über 100 Euro pro Nacht investieren… zumindest wenn man – so wie wir – alles erst ein paar Wochen vorher bucht. Auch der Mietwagen war mit knapp 75 Euro nicht ganz billig. Denn wir achten immer darauf nur bei seriösen Anbietern (Europcar, Hertz etc. über billiger-mietwagen.de) zu buchen.
Insgesamt haben wir pro Person rund 250 Euro für unser Mallorca Wochenende gezahlt. Aber was haben wir dafür bekommen???

Um unseren Aufenthalt abwechslungsreich zu gestalten haben wir uns einen Tag für das Tramuntana Gebirge und die Bergdörfer reserviert und den zweiten Tag für eine Wanderung und Entspannung am Strand.

Tag 1 | Bergdörfer im Tramuntana Gebirge

Unser erster Tag auf Mallorca startete mit der Abholung unseres Mietwagens. Gebucht haben wir diesen über Europcar (bzw. billiger-Mietwagen.de), da es dort die Möglichkeit gibt, den Schlüssel bei der Rückgabe einfach – auch außerhalb der Öffnungszeiten- in eine Schlüsselbox zu werfen… und das ganz ohne Aufpreis. Ein anderer Anbieter (Budget) wollte dafür nochmal 50 Euro extra kassieren. Was ein Wucher! Falls ihr also einen Mietwagen bucht und so wie wir sehr früh oder spät zurückfliegt, erkundigt euch, ob ihr den Schlüssel in eine Schlüsselbox einwerfen könnt und ob dadurch zusätzliche Kosten entstehen. Bei Europcar hatten wir bisher (in diversen Ländern) keine Probleme mit dieser Art der Rückgabe.

Valldemossa

Vom Flughafen aus ging es kurz zum Supermarkt, um für Verpflegung zu sorgen und dann direkt in den Nordwesten der Insel nach Valdemossa in der Gemeinde Serra de Tramuntana. Vom Flughafen aus sind es nur ca. 25 Minuten bis man in Valldemossa ankommt. Dort gibt es an der Hauptstraße zwei größere Parkplätze, die auch am frühen Morgen schon recht voll waren. Der Parkplatz muss für mindestens eine Stunde gebucht werden. Das Parkticket kostet 2 Euro/Stunde. Wenn ihr nur ein wenig durch das Dorf schlendern wollt und nicht zusätzlich die Museen besuchen wollt, reicht die eine Stunde unserer Meinung nach aus. Bekannt ist das Bergdorf insbesondere dadurch, dass der polnische Komponist Frédéric Chopin den Winter von 1838 dort verbrachte. Er lebte in dieser Zeit in dem ehemaligen Kartäuserkloster, welches heute als Museum besichtigt werden kann. Der Eintritt in das Museum kostet 9 Euro pro Person. Wenn man sein Parkticket abfotografiert bekommt man einen Nachlass von 1,50 Euro. In dem Museum könnt ihr euch neben mallorquinischen Alltagsgegenständen auch ehemalige Besitztümer von Chopin selbst ansehen. Auch die Klosterapotheke und der klostereigene Garten sind einen Besuch wert. Falls ihr kunstbegeistert seid, könnt ihr euch dann noch im Museo Municipal Kunstwerke von Picasso und Miro bewundern. Der Eintritt kostet hier 7,50 Euro.

Deià

Nach unserem Abstecher nach Valdemossa war eigentlich das Künstlerdorf Deià eingeplant. Da es dort jedoch ziemlich voll war und es nur sehr wenige, kostenpflichtige Parkplätze gibt, sind wir direkt weitergefahren nach Fornalutx. Da Deià so klein ist, dürfen die großen Reisebusse dort auch nicht halten. Alternativ könnt ihr auch mit dem Bus 210 nach Deià anreisen. Falls ihr mehr Glück und Zeit habt als wir, solltet ihr diesem kleinen Dorf einen kurzen Besuch abstatten.

Deiá besticht durch seine malerische Kulisse mit kleinen, verträumten Gassen. Am besten erkundet ihr die 700 Seelen Gemeinde zu Fuß und bummelt entlang der Boutiquen und kleinen Galerien. Zusätzlich kann man von Deiá aus innerhalb von 30 Minuten über einen kleinen Wanderweg in die Bucht Cala Deià spazieren. Die kleine halbkreisförmige Bucht mit seinem Kieselstrand eignet sich perfekt für eine kleine Pause am Meer.

 

Fornalutx

Für uns ging es aber leider direkt weiter nach Fornalutx. Dieses Dorf wird immer wieder als das schönste Bergdorf Spaniens bezeichnet.  Ob es wirklich das schönste ist wissen wir nicht, aber uns hat es wirklich gut gefallen. Der kostenpflichtige Parkplatz in Fornalutx bezaubert direkt mit einem wunderschönen Blick in das Tal und bietet so direkt das erste Fotomotiv. Von da aus geht es bergauf die kleinen, mit Blumen und Pflanzen geschmückten Gassen entlang. Eingebettet ist das Dorf zwischen Zitrus- und Orangenbäumen, die dazu einladen die ein oder andere Zitrusfrucht zu stibitzen. Hier bieten sich tolle Fotomotive hinter jeder Ecke. Die Bruchsteinhäuser mit ihren grünen Fensterläden, schönen Holztüren und Verzierungen geben dem Dorf ein einzigartiges Flair. Am Plaza Espana findet man kleine Geschäfte und Restaurants in denen mallorquinische Souvenirs und Spezialitäten angeboten werden. Falls ihr Zeit für einen kleinen Spaziergang habt, könnt ihr am Rathaus über eine kleine Natursteintreppe zu einem Bachlauf spazieren. Von dort aus geht es über die Brücke und rechts einen schmalen Pfad entlang. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf das Dorf und das umliegende Tal.

Beachtime – Platja des Muro

Nachdem wir den Tag bisher hauptsächlich in den Bergdörfern verbracht haben, war es Zeit für den Strand. Von Fornalutx aus ging es weiter in den Norden der Insel. Wir hatten uns vorab einige Strände markiert, die schön sein sollten… wenn auch ziemlich überlaufen in der Hauptsaison (wie eigentlich jeder Strand). Unser Weg führt uns entlang der Nordostküste von Mallorca Richtung Alcúdia. Auf dem Weg kamen gen Norden schraubten wir uns auch immer weiter die Berge hoch mit leider viel zu wenigen Möglichen anzuhalten und die Landschaft zu bestaunen. Kurz bevor wir das Tramuntana Gebirge hinter uns ließen, kamen wir noch an einem großen Stausee vorbei in dessen Nähe eine Reihe von Eseln (mit wirklich riesigen Ohren) am Straßenrand geduldig auf Streicheleinheiten wartete. Zwar hinter einem Zaun, aber zumindest sah es so aus, als wenn die Burros die Anwesenheit der Touristen eher gefiel als störte.

Nach einigen Minuten des Esel-Streichelns und Esel-Fotografierens fuhren wir dann weiter Richtung Platja des Muro. Der Strand ist wunderschön und das Meer perfekt türkis. Es war zwar ziemlich voll aber nicht so extrem überlaufen wie gedacht. Der Platja des Muro, so wie die Strände weiter im Norden, sind insbesondere bei Kitesurfern sehr beliebt, da es hier oft sehr windig ist… so auch als wir dort waren. Das war aber nicht weiter schlimm. Also legten wir hier eine längere Pause ein und genossen die letzten Stunden des Tages am Strand bis es am Abend weiter zu unserer Unterkunft ging.

Obwohl uns die Bergdörfer gut gefallen haben, fanden wir die Strecke für einen Tag zu lang. Wir haben leider einen Großteil des Tages im Auto verbracht und würden dies beim nächsten Mal anders planen.
Wenn man mehr Zeit auf Mallorca hat, bietet es sich an das ganze in Etappen zu machen und insgesamt mehr Zeit im Tramuntana Gebirge zu verbringen. Insbesondere für Wanderer hat diese Gegend viel zu bieten.

 

Tag 2 | Wanderung zum Cap des Freu und entspannen am Strand

Geheimtipp für ruhige Strände in der Hauptsaison

Der zweite Tag auf Mallorca sollte definitiv weniger im Auto stattfinden als der Erste. Deshalb suchten wir uns die in der Nähe gelegene Wanderung zum Talaia de son Jaumell (Google Maps Link) raus. Die Wanderung startet in der Cala Agulla. Wenn ihr vom Parkplatz (5 EUR pro Tag) aus das erste Stück nach links entweder über den Strand oder den parallel verlaufenden Wanderweg lauft, steht am Ende des Strandes steht ein weißes Haus. Dahinter geht der sehr gut ausgeschilderte Wanderweg weiter. Das erste kurze Stück verläuft entlang der Buchten bevor es durch einen Kiefernwald geht. Zur Ruine des Wachturmes auf dem Hügel gibt es mehrere Wege. Die blaue Route die an einer kleinen Kieselbucht entlang führt, ist wirklich sehr anstrengend. Das war auch der Weg, den wir gewählt haben, um noch einen einen kurzen Zwischenstopp in der Bucht Cala de na Llòbriga einzulegen.
Als wir früh morgens dort waren, waren wir ganz alleine und haben es uns nicht nehmen lassen uns eine kleine Abkühlung zu gönnen. In dieser Bucht solltet ihr aber wegen der starken Strömung sehr vorsichtig sein und nicht zu weit ins Wasser gehen. Nach der verdienten Abkühlung ging es wieder zurück auf den Wanderweg. Nach ein paar weiteren Metern durch einen dichten Kieferwald wurde der Weg immer steiler und teilweise war nicht mehr wirklich zu erkennen, wo der Weg genau entlang führt. Am Ende musste man auch immer wieder über große Felsen klettern, so dass dieser Weg nicht für jedermann geeignet ist.

Irgendwann hatten wir es dann aber doch geschafft und waren oben am Ziel angekommen. Von der Ruine des Wachturms aus hat man einen tollen Blick sowohl auf den Ausgangspunkt der Cala Agulla als auch auf die auf der anderen Seite gelegene Cala Mesquida. Wer Interesse an einer noch längeren Wanderung hat, kann von hier aus auch weiter Richtung Cala Mesquida wandern. Für uns sollte es jedoch wieder zurück zu Cala Agulla gehen. Dieses mal aber über den einfacheren roten Wanderweg. Als wir zurück am Strand anlangten, war es inzwischen doch sehr voll geworden und an Ruhe und Entspannung war gar nicht zu denken. Aber ein bisschen Entspannung am Strand war jetzt dringend notwendig. Also suchten wir uns eine freie Stelle auf dem weitläufigen, überfüllten Strand des Cala Agulla. Es gab aber auch einen extrem hohen Wellengang, weswegen der Stand auch zum größten Teil durch rote Flaggen zum Schwimmen gesperrt war.

 

Ruhige Strände in der Hauptsaison auf Mallorca – Geheimtipp

Im Vorfeld zu unserem Wochenendausflug nach Mallorca habe ich viel recherchiert und immer wieder von “Geheimtipps” gelesen. Wenn man sich für diese Tipps jedoch die Google Bewertungen angesehen hat waren die Tipps anscheinend gar nicht mehr geheim. Überall liest man, dass diese Strände und Buchten dann doch völlig überlaufen sind. Da wir von unserer Wanderung sehr kaputt waren und die Cala Agulla extrem überfüllt war haben wir einfach nach dem nächstbesten Strand weiter im Südosten geschaut und hatten Glück. In ca. 12 km Entfernung war der Platja Son Serveta. Hierbei handelt es sich um einen sehr feinen Kieselstrand, der hauptsächlich von Einheimischen benutzt wird. Touristen haben wir nur einige wenige gesehen.
Der Strand war in keinster Weise überfüllt und daher genau das was wir gesucht haben. Das Wasser war herrlich türkis-blau und im Gegensatz zu den Stränden im Nordosten sehr ruhig, so dass man ohne Probleme schwimmen gehen konnte. Zu diesem Strand gab es auch kaum Bewertungen bei Google und das scheint ein guter Hinweis auf eher unbekannte und daher ruhige Strände zu sein. Falls ihr ein Auto habt und nicht Handtuch an Handtuch liegen wollt, sucht bei Google nach den Stränden, die keine oder nur sehr wenige Bewertungen haben. Mit ein bisschen Glück könnt ihr so wie wir den Tag in Ruhe am Strand ausklingen lassen.

Den Abend verbrachten wir – wieder mit etwas mehr Menschen- an der Strandpromenade von Cala Millor. Man kann hier entspannt an der Promenade entlang schlendern und in einem der Restaurants ein paar leckere Tapas und ein Glas Sangria genießen.

Unser Fazit zu Mallorca… es ist eine wunderschöne Insel die zu Unrecht immer nur mit dem Ballermann verbunden wird. Hier gibt es soviel mehr zu entdecken, so dass wir ziemlich sicher nochmal ein paar Tage hier verbringen werden. Auch wenn unsere 2 Tage etwas zu stressig waren, kann man doch auch eine tolle, entspannte Zeit hier haben, wenn man nur ein Wochenende Zeit hat.

Habt ihr noch weitere Tipps für Mallorca, wenn man nur 2 Tage Zeit hat? Dann ab in die Kommentare damit!

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