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Hampi – Mehr als nur eine Steinwüste

By on 20. August 2018

Auf unserem Backpacking Trip durch Südindien hatten wir natürlich auch Hampi auf unserer Liste. Zuerst waren wir gar nicht sicher, ob wir diese Steinwüste überhaupt besuchen sollten, da es im Netz sehr ambivalente Bewertungen zu der kleinen Felsenstadt gibt. Im Endeffekt sind wir aber froh, dass wir dort waren. Wir waren extrem beeindruckt von der Atmosphäre und der einzigartigen Landschaft, aber auch total geschafft von der trockenen Hitze. Wir haben uns während der Erkundung der kleinen Stadt auch immer wieder wie in einem Indiana Jones Film gefühlt.

Aber zurück zum Anfang…..

Wie sind wir überhaupt nach Hampi gekommen?

Hampi liegt im Herzen Karnatakas und bot uns einen großen Kontrast nachdem wir aus dem lauten und hektischen Mysore angereist sind. Hampi selbst hat dabei auch zwei verschieden Seiten, die durch einen Fluss getrennt werden. Einerseits gibt es das Zentrum Hampi Bazaar. Dies ist die eher touristische Seite Hampis, mit vielen Shops und Restaurants. Auf der anderen Seite des Flusses liegt das Viertel Virupapur Gaddi, wo Euch eine eher ruhige und entspannte Stimmung erwartet.

Innerhalb von 12 Stunden ging es mit dem Nachtzug aus Richtung Mysore nach Hampi. Wir haben den Nachtzug gewählt, um Zeit zu sparen. Die Zugtickets haben wir im Voraus online über cleartrip.com gebucht. Wenn ihr die Nacht im Zug bequem überstehen wollte, empfehlen wir euch die erste Klasse mit Klimaanlage zu buchen. Das ist zwar etwas teurer (ca. 50 Euro/Person), sorgt aber dafür, dass ihr entspannter am Reiseziel ankommt und direkt in den Tag starten könnt… es sei denn ihr habt so viel Glück wie wir und die Klimaanlage funktioniert einige Stunden nicht.

In unserem Abteil war es die ersten Stunden leider wärmer als im ganzen Rest des Zuges. Irgendwann lief die Klimaanlage aber Gott sei dank wieder und wir konnten es uns in unserem Abteil gemütlich machen. Die ersten Stunden hatten wir das  gesamte Abteil für uns, danach sind noch 2 weitere Leute zugestiegen. Die Plätze im Abteil sind dabei fest vorgegeben, was wir vorher jedoch nicht wussten. Also mussten wir nochmal ein bisschen Bäumchen-wechsel-dich spielen, umbauen und konnten es uns erst dann wieder bequem machen. Die Liegen im Schlafabteil sind dabei sogar so groß, dass selbst Andreas mit seinen 1,92 Meter dort bequem schlafen konnte.

Am frühen morgen sind wir dann entspannt in Hospet (dort liegt der Bahnhof von Hampi) angekommen. Von da auch geht es innerhalb von ca. 20 Minuten mit dem Tuktuk nach Hampi. Bei der Anfahrt bekommt ihr dann schon den ersten Eindruck von der Felsenlandschaft und den Tempeln.

Was kann man in Hampi machen?

Tempeltour

Hampi Bazaar ist auf Touristen eingestellt, so dass wir dort erstmal wieder ein richtiges Frühstück genossen haben. Hier gibt es viele Restaurants, die auch westliches Essen servieren. Auch gibt es im Ort selbst viele kleine Shops und Läden durch die ihr bummeln könnt und euch mit dem ein oder anderen Souvenir (besonders Ledertaschen sind hier häufig vertreten) versorgen könnt.

Im Zentrum der Stadt selbst gibt es den Virupaksha-Tempel. Dieser ist einer der ältesten und zugleich der Haupttempel in Hampi. Diesen könnt ihr bequem zu Fuß erreichen. Die restlichen Tempelanlagen sind in einem Umkreis von mehreren Kilometern um Hampi verstreut. In der Stadt habt ihr einerseits die Möglichkeit euch ein Fahrrad (ca. 2 € pro Tag) zu mieten um die einzelnen Tempel anzufahren (was uns bei der Hitze niemals in den Sinn gekommen wäre) oder ihr lasst euch von einem TukTuk (ca. 13 € pro Tag) herumfahren. Da wir im März ca. 42 Grad hatten, haben wir die bequeme Variante mit dem TukTuk gewählt. Die Tempeltour umfasst dabei normalerweise folgende Tempel:

  • Vithala Temple Complex
  • Group of Monuments at Hampi
  • Virupaksha Temple
  • Statue of Ugra Narsimha
  • Elephant Stables
  • Vijaya Vittala Temple
  • Hazara Rama Temple
  • Lotus Palace
  • Stepped Tank
  • Hemakuta Hill Temple Complex
  • Shivlinga
  • Sasivekalu Ganesha Temple
  • Zanana Enclosure
  • Queen’s Bath
  • Achyutaraya Temple
  • Balakrishna Temple

Die Hauptattraktionen, wie der Lotus Palace, der Vijaya Vittala Tempel und das Museum kosten Eintritt. Hierfür kann man ein Kombiticket für ca. 6,50€ kaufen, was den ganzen Tag gültig ist.

Während ihr die Tempel besichtigt wartet der TukTuk Fahrer geduldig auf euch. In die letzte und auch größte Tempelanlage dürfen die TukTuk Fahrer nicht reinfahren, so dass die Tour mit dem TukTuk nur ca. 2h gedauert hat. Es gibt jedoch die Möglichkeit sich mit einem Shuttlebus die 1 km lange Strecke zum Tempel fahren zu lassen oder einfach zu laufen. Wir sind gelaufen… was bei 42 Grad keine gute Idee war. Wir haben für die Strecke bestimmt eine Stunde gebraucht und an jedem schattigen Plätzchen eine Pause eingelegt. Davon gab es leider aber nicht besonders viele. Die Besichtigung der großen Tempelanlage konnten wir daher gar nicht mehr richtig genießen, weil uns einfach nur viel zu heiß war. Die Rettung kam glücklicherweise direkt nach dem Tempel in Form eines kleinen Jungen, der Eis aus einem kleinen Wagen verkauft hat. Das erste war schnell verputzt. Danach schauten wir uns an und es war klar, dass wir jeder noch ein zweites Eis kaufen… und da aller guten Dinge 3 sind hat danach jeder noch ein drittes Eis bekommen. Lecker!

Nach dieser Stärkung sind wir entspannt von der Tempelanlage zurück Richtung Stadt gelaufen. Der Weg führt über Steinwege und am Fluss entlang und bietet für kletterfreudige Leute immer wieder die Möglichkeit die Felsen zu erklimmen und zu entdecken was hinter ihnen liegt. So konnten wir die tolle Aussicht auf die umliegenden Felder und Flüsse genießen. Kurz vor der Stadt haben wir dann noch ein paar Affen auf den Felsen entdeckt, so dass Andreas direkt hinterher klettern musste um ein paar Fotos zu schießen. Auf dieser Strecke waren wir auch fast für uns alleine, und zumindest die einzigen westlichen Touris. Das hat den Rückweg dann noch etwas entspannter gemacht.

Sonnenaufgang auf dem Matanga Hill

Wenn ihr in Hampi seid, solltet ihr euch unbedingt den Sonnenaufgang vom Mantanga Hill (Google Maps Link) aus ansehen… ich weiß, man ist im Urlaub und möchte eigentlich ausschlafen. Aber das frühe Aufstehen loht sich wirklich. Der Mantanga Hill liegt in der Nähe des Virupaksha Tempel. Für den recht kurzen aber doch sehr steilen Aufstieg benötigt man ca. 30-45 Minuten. Plant also mindestens eine Stunde ein um zum Mantaga Hill zu kommen und dann noch den Gipfel zu erklimmen. Der kürzeste Weg ist auch nicht immer wirklich ersichtlich. Wir haben uns unterwegs auch ein wenig „verlaufen“.
Oben angekommen hieß es dann nur noch entspannen und die mystische Atmosphäre zu genießen. Da auch die Einheimischen wissen, dass die Touristen dort gerne den Sonnenaufgang sehen, ging ein kleiner Junge mit einer Thermoskanne umher und bot allen einen Becher Chai Tee an. Auch wenn der Tee für indische Verhältnisse völlig überteuert war, haben wir das gerne bezahlt, um die chillige Atmosphäre so richtig genießen zu können.

Bei unserem Abstieg haben wir dann noch eine kleine Höhle entdeckt und erkundet.. naja, ich zumindest. Andreas war teilweise einfach zu groß um sich durch die kleinen Lücken zu zwängen. So hatten wir nach dem schönen Sonnenaufgang noch ein bisschen Abenteuer, bevor es dann auf die andere Seite des Flusses gehen sollte, wo wir unseren zweiten Tag in Hampi verbracht haben.

Scooter mieten auf der anderen Seite des Flusses

Auf die andere Seite des Flusses, wo das Viertel Virupapur Gaddi liegt, kommt ihr mit einer kleinen Fähre, welches regelmäßig bis 17:30 Uhr hin und her fährt. Falls ihr den Fluss nicht mit dem Motorboot überqueren wollte, könnt ihr Euch auch in einer Art großer Holzschale rüberpaddeln lassen. Direkt am anderen Ufer hat man dann die Möglichkeit einen Scooter für ca. 5 € pro Tag zu mieten, um die Gegend unsicher zu machen. Da es hier keine TukTuk gibt, habt ihr nicht viele andere Möglichkeiten, wenn ihr euch die Gegend ein wenig anschauen wollt. Die Landschaft auf der anderen Flussseite unterscheidet sich stark, da es hier viele saftig grüne Reisfelder gibt, an denen die Straßen entlangführen. Was gleich bleibt sind die vielen Tempel und Tempelruinen, die man immer wieder sieht. Virupapur Gaddi ist die ruhigere Seite von Hampi. Hier gibt es lediglich eine Straße mit ein paar kleinen Shops und Unterkünfte. Wenn ihr es etwas ruhiger mögt, seid ihr hier richtig.

Elefantenbad im Fluss

In den Reiseführern und anderen Blogs liest man immer wieder davon, dass die Tempel-Elefanten im Fluss gebadet werden und dass dies ebenfalls zu den Attraktionen zählt. Als wir zur anderen Flussseite übersetzen wollten, war es gerade soweit und wir mussten mit ansehen wie der Elefant nicht nur gebadet, sondern auch von den Pflegern geschlagen und mit einem Eispickel-artigen Gerät malträtiert wurde. Das mag für Indien eine ganz normale Behandlung von Tieren sein, für uns war es aber eine unwürdige Behandlung eines so eleganten Tieres.
Wenn euch Tiere, so wie uns, am Herzen liegen, solltet ihr davon absehen an diesem Schauspiel teilzunehmen. Die Tiere werden nicht gut behandelt und anscheinend für touristische Zwecke ausgebeutet.

Wie viel Zeit sollte man in Hampi verbringen?

Wir waren nur 2 Tage in Hampi und haben jeweils einen Tag auf einer Flussseite verbracht. Nachdem uns Hampi aber so gut gefallen hat und man noch ein wenig mehr die Gegend hätte erkunden können, wären wir gerne noch ein oder 2 Tage länger geblieben. Wir empfehlen euch daher mindestens 3 Tage einzuplanen. Gerade wegen der großen Hitze, die dort normalerweise vorherrscht, sollte man sich nicht zuviel an einem Tag vornehmen.

Von Hampi nach Goa mit dem Nachtbus

Wir haben Hampi mit dem Bus wieder verlassen, was gar nicht so schlimm war wie erwartet. Unser nächstes Ziel sollte Goa sein. Die einfachste und beste Möglichkeit von Hampi nach Goa zu kommen ist der Nachtbus (ca. 300 Rupien = 7 € pro Person. Zu buchen online über KSRTC). Über diesen haben wir im Vorfeld sehr viele schreckliche Bewertungen im Internet gelesen und haben uns auf eine schlimme Nacht eingestellt. Aber ehrlich gesagt, haben wir die Nacht ganz gut durch geschlafen bis uns morgens der Fahrer mit einem lautstarken „Palolem, Palolem“ (unser Strandabschnitt in Goa, wo wir aussteigen wollten) aus unseren Träumen gerissen hat.

Also lasst euch nicht von den schlimmen Bewertungen abschrecken. Aber ein wichtiger Tipp: Falls ihr alleine reist und nicht die ganze Nacht mit jemand Fremden kuscheln wollt, solltet ihr besser zwei Plätze nebeneinander buchen. Die Schlafplätze (2 Schlafplätze sind eigentlich eine große Liegefläche) sind nämlich so eng, so dass man zwangsläufig miteinander kuscheln muss… ob man will oder nicht.

Tipps und Tricks zu Hampi

  • In Hampi gibt es keinen Geldautomaten.. zumindest haben wir keine gefunden. Nehmt also genug Bargeld mit.
  • Falls ihr mit dem Nachtzug/Nachtbus abreisen wollt kauft die Tickets am besten vorher online.
  • Schaut euch vorher die Klimatabellen an. Insbesondere von März bis Mai liegen die Temperaturen um die 40 Grad, was wirklich sehr schwer auszuhalten ist.

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