Norwegen

Kjeragbolten – Kampf durch Nebel und Regen

By on 10. September 2017

Sehr lang und anstregend war der Marsch nach oben zum Kjeragbolten und am Ende bekam ich noch nicht mal das heiß ersehnte Foto.

Aber einen Schuldigen haben wir natürlich auch ausgemacht. Das Wetter! Es hat gestürmt und geregnet wie aus Eimern und zusätzlich hat der Nebel es einem fast unmöglich gemacht weiter als 50 Meter zu sehen. Aber das wussten wir natürlich noch nicht, als wir uns unten auf den Weg machen.

Der Wächter des 🅿 Parkplatzes (der sich übrigens hier befindet)- der uns die 200 NOK Gebühren abknöpfte – meinte zu uns, dass wir oben wahrscheinlich nichts sehen würden und der Weg an sich wegen des Regens sehr beschwerlich werden würde. Aber was sollten wir tun? Unser Zeitplan ließ eine Planänderung nicht zu. Das bedeutete: Entweder heute hoch laufen oder gar nicht!

Es geht los

In einer kurzen Regenpause machten wir uns auf den Weg und das Wetter war am Anfang noch sehr erträglich. Da wir den Weg nur flüchtig recherchiert hatten, waren wir der Meinung, dass es sich um eine kurze und einfache Wanderung handeln würde. Somit erklommen wir die erste Anhöhe mit dem Gedanken, dass uns der Kjeragbolten an der Spitze erwartet. Doch oben angekommen ging es wieder bergab, danach durch ein kleines Tal und wieder bergauf. Somit war uns klar, dass uns der Kjergabolten nach dem zweiten Anstieg erwarten wird. Doch leider war das wieder nichts. Es ging ein weiteres Mal bergab und wieder bergauf zu einem Hochplateau. Als wir dieses erreichten änderte sich das Wetter grundlegend. Aus Nieselregen wurde peitschender Sturm und aus einigermaßen klarer Sicht wurde dichter Nebel. Als unsere Regenkleidung langsam ihren Geist aufgab und auch unsere Schuhe schon komplett durchnässt waren zogen wir unsere Regenponchos über, was angesichts des starken Sturms gar nicht mal so einfach war. Und so kämpften wir uns weiter Richtung Ziel. Nicht nur einmal haben wir währenddessen ans Aufgeben gedacht.

 

Durch den dichten Nebel wurden die Wegmarkierungen immer weniger sichtbar und da bei dem Wetter natürlich auch kaum andere Leute unterwegs waren sind wir nicht nur einmal vom Weg abgekommen.

Das letzte Stück des Weges verlief durch eine kleine Schlucht, in der das Wasser durch den vielen Regen schon recht hoch stand. Und so mussten wir uns von Stein zu Stein springend durchkämpfen. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass am Ende dieses Canyons der berühmte Kjeragbolten wartet, ich hätte es nicht geglaubt.

Ich stehe kurz davor…

Als wir dann endlich am Zielpunkt ankamen kletterte ich voller Vorfreude den schmalen Pfand zum Kjeragbolten entlang und da stand ich nun. Nur einen kleinen Sprung entfernt. Etwas was ich schon hunderte Male gemacht hatte. Von einem Felsen auf einen anderen springen. Nur dass es diesmal links und rechts davon 1000 Meter steil bergab ging. Außerdem war alles klitschnass und ich einigermaßen kaputt durch die anstregende Wanderung. Eine etwas andere Situation als sonst also.

Minutenlang stand ich gebannt vor diesem Felsen… auf einem Bein wippend, bereit zum Sprung. Kurzzeitig dachte ich, ich könnte auch einfach hinüber krabbeln. Aber irgendwann wurde mir dann klar, ich traue mich einfach nicht. Und in diesem Fall sollte man es dann auch einfach lassen.

…und traue mich dann doch nicht

So haben wir uns dann – ohne Foto – wieder auf den Rückweg gemacht. Der Abstieg wurde dann nicht einfacher, da das Wetter natürlich auch nicht besser wurde. Die vielen Eisenketten, an denen man sich auf den sehr steilen und rutschigen Passagen abseilen muss, haben sehr an unseren Kräften gezehrt. Als wir das Hochplateau hinter uns gelassen hatten besserte sich auch das Wetter und wir konnten die letzten Meter im halbwegs trockenen beschreiten.

Als wir wieder im Auto waren und die Sitzheizung aufdrehen konnten waren wir um zwei Erfahrungen reicher: Man muss nicht alles auf sich nehmen für ein Foto. Und besteige niemals einen Berg wenn Dir der Regen so erbarmungslos ins Gesicht peitscht.

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Sabrina & Andreas
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