Norwegen

KNUTSHØE – Die bessere Alternative zu Besseggen

By on 15. September 2017

Für unsere letzte große Wanderung unserer Norwegen-Rundreise hatten wir uns eigentlich das Highlight des Jotunheimen Nationalpark ausgesucht: Den Besseggen. Aber nach eingehender Recherche war uns der Menschenansturm doch zu groß. Wir wollten nicht wieder eine Massenwanderung wie am Trolltunga haben. Wir wollten es ruhig, die Natur genießen, die Landschaft für uns haben. Ohne dass uns hunderte Leute mit ihren klackenden Wanderstöcken überholen und dabei in zig Sprachen lautstark parlieren.

Und so haben wir uns dann für Knutshøe entschieden. Online haben wir nicht viel darüber gefunden, was z.B. den genauen Startpunkt bzw. den Parkplatz zum Loslaufen angeht.  

Knutshoe

Knutshoe Abstieg

Aber warum sollte man überhaupt dem Knutshøe den Vorzug geben?

Die Vorteile von Knutshøe

Der Parkplatz am Startpunkt ist kostenlos und man muss keine Mautstraße nehmen, um dort hin zu kommen. Zusätzlich braucht man auch kein Boot wie beim Besseggen. Als größten Vorteil fanden wir aber, dass wir die ganze Wanderung über fast alleine waren. Wir haben in den 8 Stunden nur 6 andere Leute gesehen. Und natürlich ist die Landschaft überwältigend.

Die Nachteile von Knutshøe

Man wandert über keinen schmalen Grat, wie es bei Besseggen der Fall ist. Man hat also nicht diesen Postkarten-Blick auf den blauen großen See auf der linken Seite und den türkisen kleinen See auf der rechten. Dieser Verzicht wird aber durch die wirklich grandiose Landschaftmehr als wett gemacht.

Wo genau ist der Parkplatz?

Der Parkplatz befindet sich ca. 1 km nach der Einbiegung zum Besseggen Parkplatz auf der rechten Seite. Es passen ca. 12 Autos darauf.

Die Wanderung

Wir hatten entgegen des Wetterberichts wundervolles Wetter, blauen Himmel und wenig bis gar keinen Wind. Der erste Teil der Wanderung führt eher flach über Wiesen und Felder bevor es dann direkt ziemlich steil den (ersten Teil vom) Berg hoch geht. Stellenweise muss man sogar klettern, was aber nicht wirklich schwierig ist. Bei nassem Wetter sollte man aber vorsichtig sein!

Nachdem man die erste Steigung hinter sich hat und oben auf dem Berg ist geht der Hike gemächlich weiter. Da der Bergkamm, den man besteigt, stetig nach oben geht, denkt man ziemlich häufig, man wäre schon am höchsten Punkt, aber dann geht es doch noch etwas höher. Etwa ab der Hälfte des Hinwegs hat man den großen See auf der rechten Seite im Blick und fast die ganze Zeit blickt man auf die schneebedeckten Berge am Horizont. Auf der linken Seite erstreckt sich das Tal mit einem türkisen See, einem rot schimmernden kleineren See und einem sich wild durch die Landschaft schlängelnden Fluss.

Wir waren die ganze Zeit einfach nur erstaunt und konnten unseren Blick kaum von dieser unfassbar schönen Landschaft abwenden.

Am höchsten Punkt der Strecke kann man recht gut auf den nur ca 1.2km entfernten Besseggen Grat rüber gucken und die ganzen Menschen beobachten, die sich dort entlang schlängeln. Und wenn man ein Fernglas oder ein gutes Kameraobjektiv hat dann sieht man sogar einen klitzekleinen Teil des auf der anderen Seite des Grats liegenden Sees. Immerhin.

Der Rückweg

Der Weg bergab ist um einiges steiler aber auch schneller als der Hinweg. Am Ende gibt es 2 Wege, von denen der eine etwas offensichtlicher ist als der andere. Man kann sowohl rechts als auch links herum um den Berg zurück gehen. Wir sind zuerst dem offensichtlichsten Pfad gefolgt und kamen dann rechts am großen See an, wo auch der Fluss, den wir die ganze Zeit oben auf dem Berg im Blick hatten, seine Mündung hat. Wie ich dann auf der Karte gesehen habe führt dieser Weg wohl zum Besseggen Parkplatz zurück. Und das hätte für uns einen ziemlichen Umweg bedeutet. Also mussten wir wieder etwas zurück (und bergauf) gehen, um den anderen Weg einzuschlagen, der uns dann links herum – und komplett ebenerdig – wieder zurück zum Parkplatz führte.

Insgesamt sind wir so – mit dem kleinen Umweg – fast 18 Kilometer gelaufen und waren 8 Stunden unterwegs. Viel länger als ich gedacht hätte, aber es war jeden Kilometer und jeden Schweißtropfen wert. Und auch wenn es am Ende etwas zu nieseln angefangen hat war es eine wundervolle Wanderung. Meiner Meinung nach das Highlight unserer ganzen Norwegen Reise.

Zum Abschluss habe ich dann meinen hölzernen Wanderstock am Infoschild des Wegs zurück gelassen und meine alten Wanderschuhe in den Mülleimer geworfen. Sie hatten genug geleistet. Barfuß stieg ich in unser Auto und wir fuhren mit schlappen Beinen aber einem großen Lächeln auf den Lippen davon.

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2 Comments
  1. Reply

    Travel|explore|breathe

    26. September 2017

    Danke für die großartige Beschreibung. Wirklich toll geschrieben. Wir werden auch diese Wanderung auf unserer Reise einplanen, und hoffen auf gutes Wetter 🙂

    • Reply

      nebu

      8. October 2017

      Das freut mich sehr. Danke.
      Ich hoffe ihr werdet genauso Glück haben mit dem Wetter wie wir!

      Viele Grüße,
      Andreas

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