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Kurztrip nach Andalusien | Lohnt sich eine 3 Tage Rundreise in Südspanien?

By on 10. July 2018

Lohnt es sich für ein 3-Tage Wochenende nach Andalusien zu fliegen? Ihr meint Nein? Wir antworten ein klares JA!
Wir sind Freitag morgens mit Ryanair nach Malaga geflogen, haben uns dort einen Mietwagen genommen und haben 3 Tage auf unserem kleinen Roadtrip das östliche Andalusien erkundet. Übernachtet haben wir dabei in einem abgeschiedenen AirBnB in den Bergen. Die Alhambra in Granada und eine abenteuerliche Flusswanderung in Nerja standen dabei u.a. auf unserem Programm. Aber dazu später mehr.

Anreise & Mietwagen

Seit kurzem fliegt Ryanair auch von Düsseldorf International ab (von “Düsseldorf” Weeze abzufliegen ist echt ätzend) und so haben wir die Gelegenheit genutzt in knapp 3 Stunden zum größten Flughafen in Andalusien zu fliegen. Im vorhinein haben wir uns über billiger-Mietwagen.de schon ein günstiges Cabrio bei Avis gebucht (ich finde ein Cabrio ist in sonnigen Ländern einfach ein riesiges Plus! Das haben wir auch schon in Kroatien gemerkt) und hatten das Glück vor Ort noch hochgestuft zu werden zu einem BMW M2 Cabrio mit Ledersitzen und Sportausstattung. Man muss auch mal Glück haben im Leben!

Übernachtung

Ebenfalls im voraus haben wir uns bei Airbnb ein einsames, freistehendes Haus mitten in den Bergen gebucht. Wir hatten zwar keinen richtigen Pool und auch das Meer war ziemlich weit weg, aber dafür hatten wir Ruhe, Abgeschiedenheit und einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Berge. Unser muy bueno casa stand wirklich mutterseelenallein auf einer Anhöhe und war nur über eine holprige Schotterpiste vom im Tal liegenden Dorf zu erreichen. Unten im Dorf gab es dann auch nur ein Restaurant und einen wirklich sehr kleinen Supermarkt. Dafür war der Aufenthalt dort Entspannung pur. Gefrühstückt haben wir auf unserem Balkon mit unversperrtem Blick gen Süden, abends saßen wir in der Hollywood-Schaukel auf der Terrasse und blickten Richtung Norden. Dabei zirpten um uns herum die Grillen und in der Ferne meldete sich immer wieder lautstark ein Esel zu Wort!

Auch der Weg von der Autobahn zum Haus war ebenso phänomenal. Die zahlreichen Kurven luden zum rasanten Fahren ein und auch wenn Sabrina mir mit eindringlichem Blick versuchte klar zu machen, dass sie meine Fahrweise eigentlich gar nicht so cool findet, konnte ich mir die eine oder andere schnelle Kurve nicht verkneifen.

Route unseres Roadtrips

Unser erster Stop nach unserer Ankunft in Malaga war die Stadt Nerja, ca. 1h von Malaga entfernt und berühmt u.a. für ihren Balcón de Europa und den direkt darunter liegenden Strand. Wir parken in der nahe gelegenen und gleichnamigen Tiefgarage (Google Maps Link) und liefen 10 Minuten zu Promenade. Der Blick von diesem “Balkon” über Strand, die steinige Felsküste und die Stadt mit denen sich am Horizont empor reckenden Bergen fanden wir sehr beeindruckend.

Nachdem wir genug Fotos geschossen hatten und noch einen kleinen Bummel durch die angrenzenden Gassen absolviert hatten mussten wir schon wieder zum Auto, um nach Granada zu fahren, da wir für den Nachmittag noch 2 der wenigen freien Tickets für den Besuch der Alhambra gebucht hatten.

Unser Besuch in der Alhambra

Die Alhambra ist eine alte maurische Festung und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Spanien. Tickets muss man vorher im Internet reservieren und man sollte schon einige Wochen vorher nach Karten schauen.

Von einem der zahlreichen, kostenpflichtigen Parkplätze (Google Maps Link), die sich südlich der Alhambra befinden, läuft man ca 10 Minuten zum Eingang des Geländes. Von dort sind es dann nochmal ca. 15 Minuten zum Eingang des Nasridenpalastes, für den man das Ticket mit fester Uhrzeit gebucht hat. Man sollte also darauf achten schon 30 Minuten vorher am Parkplatz zu sein. Sonst könnte es knapp werden, denn man sollte pünktlich vor Ort sein.

Den Nasridenpalast selbst fanden wir leider nicht wirklich so beeindruckend. Es gibt natürlich einige coole Foto Motive und die Architektur ist natürlich auch sehr schön zu betrachten, aber für uns war es den ganzen Stress (zur genauen Uhrzeit am Eingang sein, um sich dann mit 300 anderen Touristen durch den engen Palast zu zwängen) nicht wert.

Das Schlendern durch die andere Bereiche der Bereiche der Alhambra (außerhalb des Palastes) empfanden wir dabei als viel angenehmer. Das Areal ist sehr weitläufig und bietet immer mal wieder einen tollen Blick hinunter auf Granada.

Den Nasridenpalast können wir aber, wenn ihr nicht total kulturell interessiert seid, leider nicht empfehlen. Wir würden dort nicht noch einmal hingehen.

Eventuell kann man auch komplett kostenlos die Alhambra besichtigen

Auf dem Rückweg zum Parkplatz haben wir das Gelände durch einen Nebeneingang verlassen, der weder bewacht noch sonst wie beschränkt war. Wir hätten dort auch einfach wieder rein gehen können. Das führt uns zu der Vermutung, dass man auch komplett kostenlos die Alhambra besuchen kann. Den Eingang (Puerta de la Justicia), den wir meinen, findet ihr unter folgendem Google Maps Link.

Unser Highlight: Die Flusswanderung im Rio Chillar

Am nächsten Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen und nahmen uns nicht ganz so viel vor. Eigentlich nur eine Wanderung, die es aber in sich hatte und sich als eine der beeindruckendsten Wanderungen herausstellte, die wir beide je unternommen haben.

Ihr lauft bei dieser Wanderung die ganze Zeit durch den Rio Chillar, einen Fluss, der bei Nerja ins Meer mündet. Der Fluss ist die meiste Zeit nur etwa knöcheltief. Es geht dabei durch eine märchenhaft blühende Naturkulisse vorbei an Wasserfällen und teilweise sogar durch enge Schluchten, die an der engsten Stelle weniger als 2 Meter breit sind und bestimmt 30-50 Meter hoch.

Ab und an kommt auch eine tiefe Stelle, an der man dann auch komplett ins Wasser abtauchen kann.

Wo kann man parken am Rio Chillar?

Der “offizielle” Parkplatz für die Wanderung befindet sich hier (Google Maps Link). Dann muss man ein Stück die Straße entlang laufen und dann den Schildern zum Rio Chillar folgen. Man läuft ca. 20min bergab, unter einer Autobahnbrücke durch und kommt dann an einer unbefestigten Straße vorbei (Google Maps Link) an der das Parken wohl nicht offiziell erlaubt, aber eben auch nicht offiziell verboten ist.

Es gibt einen inoffiziellen Parkplatz, der Euch 2 km unnötige Lauferei erspart

Dort haben wir bestimmt 30 abgestellte Autos gesehen. Man parkt dort zwar am Straßenrand und Stoßstange an Stoßstange, aber dafür erspart man sich auch ca. 20 Minuten Laufzeit.

Der eigentliche Start der Wanderung

Ab diesem inoffiziellen Parkplatz läuft man durch eine Art ausgetrocknetes Flussbett über Schotter und das für ungefähr 30 Minuten. Die sich rechts und Links auftürmenden Felsen sind zwar sehr beeindruckend, aber man sehnt sich schon sehr den eigentlich Beginn der Flusswanderung und damit auch dem kühlenden Wasser entgegen.

Was sollte man bei der Wanderung tragen?

Badesachen sind definitiv zu empfehlen und ihr sollte diese auch direkt tragen, damit ihr bei Gelegenheit direkt ins kühlende Nass springen könnt. Und eine wasserdichte Hülle für euer Handy würde ich Euch auch sehr ans Herz legen.

Genug zu trinken und zu Essen solltet ihr natürlich auch dabei haben. Es gibt zwar keine Steigungen und trotz 30 Grad in der Sonne merkt man die Hitze nicht so sehr, da man die ganze Zeit im Wasser steht, aber trotzdem haben wir zwischendurch einige Pausen in wirklich traumhafter Kulisse eingelegt und uns erholt.
Falls Euch das das Wasser ausgehen sollte, kann man bestimmt auch das Wasser des Rio Chillar trinken. Für mich sah es zumindest extrem klar und sauber aus.

Welche Schuhe braucht ihr bei der Flusswanderung im Rio Chillar?

Die allermeisten Leute hatten bei der Wanderung normale Sportschuhe an. Wir trugen Wandersandalen (seht dazu auch unsere Packliste) und fanden dies auch super angenehm und wir konnten sehr gut darin laufen.

Wir haben sogar einige in Flop Flops gesehen. Das stelle ich mir aber sehr unangenehm vor. Es gab zwar keine wirklich rutschigen Stellen, aber etwas Trittsicherheit sollte man schon haben, um sicher durch den Fluss zu kommen.

Ausflug in die Sierra Nevada und chillen am Strand

Am letzten Tag genossen wir noch bei einem ausgiebigen Frühstück den Ausblick von unserem Traumhaus und machten uns dann auf in die Sierra Nevada. Genauer in das kleine Bergdorf Pampaneira am Rande dieses Gebirges.

Nach ca. 1h Fahrt durch schöne, kurvige Straßen mit Blick auf die immer noch schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada erreichten wir das von nur knapp 350 Menschen bewohnte Bergdorf. Dieses Dorf ist einigermaßen touristisch ausgebaut, es gibt einige Restaurants und Cafes und natürlich auch die obligatorischen Souvenirläden. Die Besonderheit, die es dort zu kaufen gibt, sind handgeknüpfte Teppiche. Die gibt es dort in jedem Laden und sie sind für relativ wenig Geld zu haben.

Die Häuser des Dorfes sind terassenförmig angelegt und alle in weiß gehalten. Dies ergibt einen schönen Kontrast zu den umliegenden, grün bewachsenen Bergen.

Anschließend sind wir knapp 1.5 Stunden zum Strand von Maro gefahren. Da wir eh zum Flughafen von Malaga unterwegs waren, lag dieser Strand quasi unterwegs. Es gibt natürlich auch Strände, die näher an Malaga liegen, aber ne näher man an Malaga kommt desto weniger spektakulär ist die Kulisse. In der Gegend um Nerja herum hat man nämlich immer noch die Berge im Hintergrund und die Küstenlinie ist um einiges schroffer und besteht aus vielen Klippen, die es um Malaga herum nicht mehr gibt.

Viel Zeit hatten wir aber leider nicht mehr am Strand, denn wir mussten um 16 Uhr schon unseren Mietwagen bei Avis zurück geben. Um 17 Uhr ging dann unser Flieger zurück nach Düsseldorf.

Unser Fazit

3 Tage in Andalusien klingen nach viel Stress für wenig Erholung. Man darf sich natürlich nicht zu viel vornehmen und Ziele, die mehr als 2h von der eigenen Unterkunft entfernt liegen, sind eigentlich schon zu weit, um sie stressfrei an einem Tag zu erreichen.
Wir haben auch soweit es geht unser AirBnB genossen und dort auch viel Zeit verbracht. So konnten wir uns trotz der knappen Zeit gut erholen und haben Andalusien auch sehr in unsere Herzen geschlossen. So sehr, dass wir für Oktober schon den nächsten (Kurz-) Trip gebucht haben.

Andalusien, wir kommen wieder!


Habt ihr Fragen oder Ideen zu einer Andalusien-Rundreise? Schreibt uns doch einen Kommentar!

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