Norwegen Roadtrip

Norwegen – Tipps und Tricks für Eure Rundreise

By on 7. September 2017

Als wir anfingen für unseren Norwegen-Roadtrip zu recherchieren, war für uns noch vieles unklar. Was es bedeutet, wenn man 2 Wochen durch ein fremdes Land reist und sogar in der freien Natur zelten will (das hatten wir zumindest vor) das war uns noch alles andere als glasklar.

Worüber wir uns sicher waren, war die unfassbare Schönheit dieses Landes im hohen Norden, die unvergleichliche Natur und die bevorstehenden Wanderungen

Viele Fragen schwebten über unseren Köpfen:

  • Wo und wie übernachtet man in Norwegen?
  • Zelten oder AirBnB?
  • Fliegen wir oder fahren wir mit dem Auto?
  • Wie schnell darf man überhaupt Auto fahren?
  • Welche Fähre nimmt man nach Norwegen?
  • Sind Lebensmittel wirklich so teuer?
  • Und regnet es tatsächlich so viel?

Unsere konkreten Erfahrungen und die Reiseroute unseres Roadtrips haben wir in einem separaten Artikel beschrieben:

Unser 2 Wochen Roadtrip durch den Süden Norwegens (Reiseroute)

Wie komme ich nach Norwegen? Mit dem Flugzeug oder dem eigenen Auto?

Wir hatten uns eigentlich zuerst gedacht mit dem Flieger anzureisen und uns vor Ort einen Mietwagen zu holen. Aber Mietwagenpreise von mindestens 1000€ für 14 Tage für einen stinknormalen Golf haben uns dann doch abgeschreckt. Deswegen sind wir mit dem eigenen Auto angereist. Der riesige Vorteil dieser Lösung: Man kann enorm viele Sachen mitnehmen! Und das taten wir dann auch. Der Nachteil: Man kommt natürlich nicht mehr in den hohen Norden. Die Lofoten waren also nicht mehr drin. Von Bergen aus wären das nochmal 3 Tagesreisen! Das ist für einen 14-Tage Urlaub einfach zu viel.

Mit dem Wagen haben wir dann ca. 2500 km in Norwegen selbst und nochmal jeweils 1000 km für die An- und Abreise hinter uns gebracht. Also insgesamt 4500 km. (Unsere Reiseroute ist übrigens bald hier zu finden).

Die Strecken in Norwegen sind meistens länger, als man es sich vorstellt. 100km dort sind nicht mit 100km hier zu vergleichen. Man braucht locker doppelt so lange für eine Strecke wie in Deutschland. Dafür wird man aber die ganze Fahrt über mit einem exzellenten Ausblick belohnt. Das Fahren dort viel stressärmer, da auch viel weniger Verkehr herrscht. Tankstellen haben wir, entgegen anders lautenden Meldungen, häufig genug gesehen. Natürlich gibt es nicht so ein großes Streckennetz wie in Deutschland, aber es reicht, um nicht immer ängstlich die Tanknadel beobachten zu müssen.

Unser Tipp: Mit dem Auto hat man zwar eine längere Anreise, kann aber viel mehr mitnehmen, was besonders zum Geld sparen nützlich sein kann. Will man aber auf die Lofoten wird man um ein Flugzeug nicht herum kommen.

Die Kotzfähre

Auf dem Hinweg sind wir mit dem Auto nach Hirtshals in Dänemark gefahren und haben von dort die Fähre nach Kristiansand genommen. Wir hatten uns nach der anstregenden 9-stündigen Autofahrt auf eine ruhige und entspannte Fahrt mit der Fähre eingestellt. Aber weit gefehlt: Nach etwa einer halben Stunde kam eine Durchsage vom Kapitän, dass das Wetter stürmisch werden sollte und wir deswegen einen Umweg fahren würden. Und damit begann es. Erst nur leicht und dann immer stärker fing das Schiff an zu schwanken.. auf und wieder ab. Dazu kam noch der starke Gestank der Abgase, der in den Innenraum drang.

Und dann fing es langsam an.. Leute um uns herum begannen sich zu übergeben. Erst nur einige, dann immer mehr. Die Angestellten kamen gar nicht mehr hinterher Kotztüten zu verteilen und den Boden zu wischen. Wir kamen uns vor wie in einem schlechten Zombiefilm! Gerade dachten wir die See würde ruhiger werden, da setzte das Boot zum nächsten Sprung an. Und einer von uns beiden konnte es dann auch nicht mehr bei sich behalten. Wir verraten aber nicht wer!
Nach 3 Stunden hatte diese Odyssee endlich ein Ende und wir waren froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Wir wissen nicht genau, ob es am Wetter lag (es hat wirklich heftig gestürmt und geregnet) oder doch an der Fährgesellschaft (Fjordline). Wir waren zumindest froh, dass wir auf der Rückreise sowohl eine andere Strecke (Larvik-Hirtshals) als auch einen anderen Fähranbieter (Colorline) hatten. Und Gottseidank hat sich die Angst, auf der Rückfahrt den gleichen Horror zu erleben, nicht bestätigt. Es mag am besseren Wetter gelegen haben, aber die Rückreise mit Colorline war absolut ruhig und entspannt.

Unser Tipp: Nehmt Colorline statt Fjordline. Für den Preis macht das keinen Unterschied, wohl aber für Euer Wohlbefinden.

Essen mitnehmen oder vor Ort kaufen?

Was wir natürlich schon gehört hatten ist, dass Lebensmittel und eigentlich alles ziemlich teuer in Norwegen sei. Also hat sich die Frage gestellt, was wir mitnehmen und was wir vor Ort kaufen. Im Endeffekt hatten wir den Kofferraum voller Wasser, Apfelschorle, Reis, Nudeln, Bratkartoffeln und anderer Lebensmitteln, die haltbar und leicht transportierbar sind.

So mussten wir eigentlich nichts vor Ort kaufen! Okay, ab und zu haben wir im Supermarkt frisches Brot, Eier und Käse gekauft. Wir hatten zwar auch Käse und sogar Milch dabei und verzichteten dabei (vor allem aus Platzgründen) auf eine Kühltasche im Auto. Es hat aber alles trotzdem sehr gut und sehr lange gehalten. Das war möglich,da wir die frischen Sachen eigentlich jede Nacht im Kühlschrank unserer Hütte unterbringen konnten.
Mehr dazu lest ihr im nächsten Abschnitt.

Die Lebensmittel in den Supermärkten waren nicht so teuer wie vermutet. Bei den meisten Dingen konnten wir einen Aufschlag von ca. 30-50% zu den deutschen Preisen feststellen. So kostet ein Brot ca. 4-6 Euro im Supermarkt. Käse kostet auch um 4 Euro. Es gab aber durchaus auch günstige Lebensmittel. So haben wir ein Packung Rahmspinat für 1 Euro gekauft. Günstige Supermärkte sind z.B..Rema 1000 oder Coop.

Unser Tipp: Versucht soviel wie möglich (Essen, Wasser, Bier etc.) von zuhause mitzunehmen. Da wir eigentlich vor hatten viel mehr zu zelten haben wir vorsorglich auch einen Campingkocher und genügend Gaskartuschen eingepackt. So kann man sich auch unterwegs eine warme Mahlzeit zubereiten.

Wo übernachtet man auf einer Rundreise?

Was haben wir uns für Gedanken vor der Reise gemacht… Immer im Hotel übernachten? Ziemlich teuer. AirBnB? Auch nicht viel billiger. Immer nur im Zelt? Das geht auf Dauer auch auf die Knochen. Vielleicht auch mal Im Auto? Oh Gott!
Aber was gibt’s sonst noch? Wir wussten es (noch) nicht.

Wir hatten uns auf einen Mix aus AirBnB und Zelten eingestellt. Immer abwechselnd, um einerseits Geld zu sparen und andererseits unseren Körpern nicht zu viel zuzumuten (wir duschen nämlich sehr gerne täglich). Wir sind nämlich alles andere als passionierte Camper!
Theoretisch ist es aber möglich, eigentlich überall zu campen. Denn durch das sogenannte Jedermannsrecht, was in fast allen skandinavischen Ländern gilt, ist es möglich, fast überall in der freien Natur zu zelten. Das wollten wir eigentlich nutzen, und auf unserer Reise immer nach schönen Plätzen zum Zelten Ausschau halten. Gemacht haben wir das auf unserer Reise… genau 0 mal!

Rustikale Hütten auf dem Campingplatz

Direkt am zweiten Tag ist uns aufgefallen, dass man ziemlich häufig an Campingplätzen vorbei kommt (eigentlich alle paar Kilometer). Durch eine kurze Internetrecherche fanden wir heraus, dass fast jeder Campingplatz auch einfache Holzhütten vermietet, die mit allem ausgestattet sind was man so braucht (außer einer Toilette) und mit einem Preis von 500-700 NOK (55-80€) auch recht bezahlbar sind. Und vor allem muss man eigentlich nie vorbuchen (auch wenn es ratsam sein kann bei beliebten Plätzen).

So kam es dann, dass wir eigentlich jeden Tag in einer (mehr oder weniger schicken) Holzhütte verbracht haben. Der Komfort variiert sehr stark. Die meisten Holzhütten sind mit einer einigermaßen guten Küchenausrüstung ausgestattet: 2 Kochplatten hatten wir immer in unserer Hütte. Töpfe, Teller und Besteck waren meistens, aber nicht immer vorhanden. Und nicht selten auch so schmockig, dass wir lieber mit unserem mitgebrachtem Campinggeschirr gekocht haben.

Dann gibt es natürlich noch Betten, die meistens Stockbetten sind. Das ist natürlich nicht so schön ist, wenn man als Paar gewohnt ist nebeneinander zu schlafen. Nur sehr selten hatten wir ein richtiges Doppelbett. Hiermit kommen wir aber auch schon zum wichtigsten Tipp in Sachen Übernachtung: Nehmt Euch Bettzeug mit! Und zwar eins pro Person!
So gibt es zwar fast immer Decken und Kissen, aber nie Bettzeug. Manchmal kann man sich das Bettzeug (gegen Gebühr) leihen, aber um Geld zu sparen, sollte man es lieber von zuhause mitnehmen.

Insgesamt war die Ausstattung und der Komfort der Hütten sehr stark schwankend, was unabhängig vom Preis war. Manchmal hatten wir richtig neuwertige Möbel und Matratzen, gelegentlich aber auch jahrzehntealtes Mobiliar und modrige Matratzen mit komischen Flecken. In solchen Fällen haben wir dann aus hygienischen Gründen unsere Campingdecke unter das Bettlaken gelegt.

Unser Tipp: Nutz die Hütten auf den Campingplätzen, wenn ihr es bequem haben wollt. Und vergesst das Bettzeug und Campinggeschirr nicht.

Wie schnell darf man in Norwegen fahren?

Ich hatte es anfangs auch nicht geglaubt, aber das normale Tempolimit, dass auf dem allermeisten Strecken außerorts gilt ist 80 km/h! Das fühlt sich nicht nur langsam an, es ist es auch! Autobahnen gibt es nicht. Zumindest Autobahn-ähnliche Schnellstraßen haben wir um Oslo herum gesehen. Und dort gab es sogar ein Tempolimit von 120 km/h.

Blitzer haben wir übrigens eher selten gesehen. Wenn, dann vor allem in und um Ortschaften herum. Eigentlich nie in der freien Natur. Stattdessen gibt es überall Mautbrücken.

Unser Tipp: Zu schnell fahren ist sehr, sehr teuer. Also haltet Euch an die Limits. Aber keine Angst vor zu vielen Blitzern.

Muss man Maut zahlen in Norwegen?

Es gibt auf sehr vielen Straßen in Norwegen Abschnitte die mautpflichtig sind. Man wird per Schild einige hundert Meter vorher darauf hingewiesen, aber hat meistens eh keine andere Wahl (außer umzukehren) und ist daher quasi alternativlos. An der Mautbrücke wird man dann automatisch fotografiert, wovon man aber nichts merkt. Eigentlich müsste man die Mautgebühren an Kiosken oder Supermärkten entrichten, oder sich dort auch ein Guthaben anlegen. Alternativ kann man dies auch schon von Deutschland aus tun. Wir haben uns aber für den einfachsten Weg entschieden und haben nichts gemacht. Und bisher haben wir auch keine Rechnung oder ähnliches nach Hause bekommen.

Update März 2018: Nach ca 6 Monaten kam nun doch eine Rechnung (aus England von EPC plc- Euro Parking Collection). Diese war aber keinen Euro teurer, als das was wir vor Ort hätten zahlen müssen. Insgesamt mussten wir knapp 83€ zahlen.

Unser Tipp: Verzichtet auf das Zahlen der Maut im Voraus bzw. vor Ort und zahlt in Ruhe zuhause, wenn die Rechnung kommt.

Zu guter letzt: Wie ist das Wetter in Norwegen?

In September als wir dort waren regnet es rechnerisch jeden zweiten Tag. Norwegen ist allgemein eines der regenreichsten Länder… doch wir hatten eine Menge Glück.

Obwohl es eines der regenreichsten Länder ist und im September, als wir dort waren, rechnerisch jeden zweiten Tag regnen soll, hatten wir eine Menge Glück. Bis auf 2-3 Tage war es trocken, sonnig und warm. Trotzdem kann das Wetter aber recht schnell umschlagen. Es lohnt sich daher einen Blick auf die (wirklich gute) lokale Wetterseite www.yr.no zu werfen.

Unser Tipp: Zusätzlich zu der obligatorischen Regenkleidung sind wasserdichte Regenponchos Gold wert (warum, lest ihr unserem Artikel zum Kjeragbolten).


Alle Tipps hier nochmal zusammengefasst:

  • Fahrt mit dem Auto nach Norwegen. Ihr seid so flexibler.
  • Nehmt nicht die “Kotzfähre” (Fjordline)
  • Nehmt Essen und Getränke von zuhause mit
  • Übernachtet in Holzhütten auf Campingplätzen
  • Vergesst euer Bettzeug und Campinggeschirr nicht
  • Fahrt nicht zu schnell
  • Maut zahlen im Voraus muss nicht sein.
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Sabrina & Andreas
Germany

Hi. Wir sind Sabrina und Andreas. Wir lieben das Reisen und packen so oft wir können unsere 7 Sachen und machen uns auf den Weg zum Flughafen, oder zum Auto, oder zur Fähre. Egal. Hauptsache weg! Wir teilen gerne einige unsere Erfahrungen mit Euch und lassen Euch an unseren Reisen teilhaben.