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Bolivien & Peru | 3 Wochen Backpacking auf der Gringoroute

By on 13. Februar 2018

Im Jahr 2015 habe ich mich mit einem Freund für 3 Wochen in das Abenteuer Südamerika gestürzt. Für unsere erste Backpacking-Reise in Lateinamerika haben wir uns den typischen Gringo-Trail durch Bolivien und Peru vorgenommen.

Hin- und Rückflug hatten wir von/nach Lima (Peru) gebucht und von dort sind wir mit Zug, Flugzeug und vor allem Bussen durch die beiden spanischsprachigen Länder gereist. Die Highlights der Reise waren sicherlich Machu Picchu in Peru und der weitaus weniger bekannte (aber nicht weniger spektakuläre) Salar de Uyuni in Bolivien.

Unsere Reiseroute und die Erfahrungen, die wir auf unserer Backpacking Tour gesammelt haben möchten wir euch in diesem Reisebericht erzählen.

Tag 1: Ankunft Lima

Nach unserer Ankunft in Lima sind wir mit einem Taxi vom Flughafen in die Innenstadt gefahren, um dort unser Hostel aufzusuchen. Es war zwar schon weit nach Sonnenuntergang, aber trotzdem machten wir uns noch mal auf, um die Altstadt zu erkunden. Wir hatten geplant direkt am nächsten Tag weiter zu fahren, da wir nicht wirklich spannendes von dieser Stadt gehört hatten. So hatten wir nur einige Stunden in der Hauptstadt Perus, aber um einen ersten Einblick zu erlangen war es sicherlich ein guter Einstieg.
Im Rückblick war die Altstadt von Lima zwar recht ansehnlich, aber z.B. im Vergleich zu Cusco nichts Besonders. Der Stadtteil Miraflores -der direkt am Meer liegt – ist dagegen das komplette Gegenteil. Modern und eher westlich orientiert mit vielen Restaurants und eigenem Shopping Center.

Tag 2: Oase Huacachina

Am nächsten Morgen sind wir ziemlich früh in einen Bus des Anbieters Cruz del Sur in die Oase Huacachina gefahren. Wir wollten eigentlich nur den halben Tag dort bleiben, um Sand Buggy zu fahren und Sandboarding auszuprobieren und am Abend wieder weiter fahren. Deswegen hatten wir auch keine Unterkunft gebucht. Der Taxifahrer, der uns am Busbahnhof aufgegabelt hatte versprach uns, dass er uns zu einer Unterkunft fährt, wo wir unsere Rucksäcke lassen können und auch duschen könnten, solange wir eine Sandbuggy Tour bei ihm buchten. Diese hat auch nur 15€ gekostet. Also überlegten wir nicht lange und stiegen bei ihm ein.
Bei der wirklich spaßigen Sandbuggy-Tour düst man mit einem Affenzahn durch die Wüste und fliegt förmlich über Abhänge, die man auch erst im letzten Moment überhaupt sieht. Wir haben eine Menge Sand geschluckt, aber hatten selten soviel Spaß beim Autofahren. Das Sandboarding klappte mit Vorerfahrung in Snowboarden auch ziemlich gut. Die meisten haben sich aber einfach bäuchlings auf das Brett gelegt und sind so die Düne runter gedüst. Echt ein Heidenspaß!

Nachdem wir in der Oase zurück waren mussten wir uns erstmal ausruhen und bei einem obligatorischen Pisco Sour (wirklich der beste Drink in Peru) entspannen. Nach unserem Essen erkundeten wir noch etwas die Oase und die Umgebung. Abseits der Restaurants und Hotels direkt am kleinen See ist es wirklich sehr dreckig und man merkt die Einflüsse des Tourismus in dieser sonst sehr unglaublichen Dünen-Gegend. Wir würden daher auch nicht empfehlen mehrere Tage hier zu verbringen. Der schöne Oasen-Schein trügt leider nur…um aber einen aktiven Tag in den Dünen zu verbringen sollte man auf jeden Fall herkommen.

Leider hatten wir abends am Busbahnhof ziemlich Pech mit der Weiterreise. Der Busverkehr war eingestellt, da die Panamericana, die einzige Überlandstraße in der Gegend, wegen Überflutungen gesperrt war. Es war leider im März noch Regenzeit in Peru, und da kann man auch mal Pech haben. Es konnte uns auch keiner sagen, wann es wohl weiter gehen würde. Nachdem wir aber einige Stunden gewartet hatten und wir immer noch nichts genaues gehört hatte wollten wir uns unsere schon vorab bezahlten Tickets zurückerstatten lassen, um auf anderem Wege unser Glück zu versuchen. Nur ist das ohne wirkliche Spanischkenntnisse nicht einfach. Mit der Hilfe von anderen Reisenden konnten wir zwar die Sprachbarriere überwinden, aber leider bekamen wir unser Geld trotzdem nicht zurück. Pech gehabt.

Nichtsdestotrotz hatten wir den Plan gefasst mit Minibussen zu der überspülten Brücke zu fahren, dort irgendwie den Fluss zu überqueren und dann auf der anderen Seite in einen anderen Bus zu steigen und nach Arequipa zu fahren. Es gab tatsächlich mehrere Fahrer, die diese abenteuerliche Route auf dem Bahnhofsvorplatz anboten. Nach mehrmaligen hin und her schien uns dies dann doch zu gefährlich und wir beschlossen uns in Ica, der nächstgrößeren -sehr lauten und dreckigen- Stadt in der Nähe der Oase, ein Zimmer zu nehmen, und am nächsten Tag wieder unser Glück zu versuchen. Da es schon recht spät war haben wir uns für das erstbeste Hotel (trotz der knapp 80€) entschieden, was natürlich direkt an einer stark befahrenen Straße lag. Nach einer mehr schlechten als rechten Nacht machten wir uns auf zum Busbahnhof und konnten dann auch direkt einen Bus Richtung Arequipa nehmen.

Natürlich ließ uns unser Pech nicht los, denn auf halber Strecke blieb unser Bus mitten in der Nacht in einem langen Stau stehen. Erst nach einiger Zeit bekamen wir dies mit, den wir hatten geschlafen. Als es dann langsam hell wurde und wir uns aus dem Bus heraus getraut hatten konnten wir nachsehen, was denn der Grund für den langen und auch schon einige Stunden andauernden Stau war. Ein Fluss hatte eine Straße überspült und verhinderte die Weiterfahrt. Nach insgesamt 8 Stunden unfreiwilligem Aufenthalt hatten Bagger den Fluss soweit aufgestaut, dass die zahlreich wartenden Fahrzeuge langsam das immer noch kniehohe Wasser durchfahren konnten.
Nach einigen weiteren Stunden kamen wir, kurz vor Mitternacht, endlich in Arequipa an. Fast 24 Stunden später als eigentlich geplant.

Tag 3-4: Arequipa und Colca Canyon

Unseren Plan, eine zweitägige Wanderung im Colca Canyon zu machen, konnten wir an den Nagel hängen. Wir hatten einfach nicht genügend Zeit. Wir hatten den Nachtportier in unserem Hostel noch gefragt, ob wir noch spontan am nächsten Tag eine Tour in den Canyon mit den berühmten Kondoren machen konnten. Mit Händen und Füßen und unter Zuhilfenahme von Google Translate konnten wir uns verständigen und verstanden somit auch, dass wir nach ungefähr 3 Stunden Schlaf um 4 Uhr morgens abgeholt würden, um kurz nach Sonnenaufgang im Canyon zu sein. Klang zwar anstrengend, aber wir dachten.. warum nicht!

Nach einer sehr holprigen Fahrt mit einem Minibus kamen wir in einer Kleinstadt in der Nähe des Canyons an und stiegen in einen großen Reisebus um, der uns zu den verschiedenen Viewpoints fuhr. Die Sicht auf die Schlucht war wirklich sehr einnehmend, grüne Natur soweit das Auge blicken konnte. Und wir hatten auch mal Glück, denn die Kondore ließen nicht lange auf sich warten. Das besondere an den Kondoren und an der Schlucht selbst ist die Thermik, mit dessen Hilfe sich die Kondore fast ohne Flügelschlag im stundenlangen Dahingleiten in die Höhe schrauben können. Ein geradezu himmlischer Anblick.

Wir hatten ja leider keine Zeit mehr für eine Wanderung in der Schlucht, aber wenn ihr dort mehr Zeit habt dann kann ich euch eine mehrtägige Wandung nur wärmstens ans Herz legen.

Nachmittags fuhren wir mit dem Bus wieder zurück nach Arequipa und besuchten dort das Kloster Santa Catalina, das an Dienstagen & Donnerstagen bis 20 Uhr geöffnet hat und den kompletten Rundweg in romantisches Kerzenlicht taucht. Ein besonderes Erlebnis und definitiv empfehlenswert!

Auf dem Rückweg hatte ich noch die kluge Idee an einem wenig Vertrauen erweckenden Straßenstand einen Hamburger zu kaufen. Ich gehe im Urlaub ungern in Schnellrestaurants wie McDonalds und versuche stattdessen die lokale Küche, soweit möglich, zu probieren. An diesem Tag hätte ich das aber lieber nicht gemacht. Am Abend rumorte mein Magen schon etwas und die folgenden 3 Tage lag ich mit einem Magen-Darm-Infekt komplett flach.
Gottseidank hatten wir uns in Sucre – unserem nächsten Ziel – eine nette Unterkunft gesucht, so konnte ich mir die Zeit im Bett zumindest einigermaßen angenehm machen. Mit dem Flieger ging es recht komfortabel von Arequipa über La Paz in die Hautpstadt Boliviens.

Tag 5-7: Sucre

Sucre ist die konstitutionelle Hauptstadt des Anden-Staates, und die Großstadt La Paz „nur“ der Regierungssitz. Wir hatten uns im traumhaften Casa al Tronco eingebucht. Das Hotel liegt oben am Hügel mit mega Ausblick auf die Stadt. Dort habe ich dann auch die meiste Zeit verbracht, da ich mich nicht allzu weit von der Toilette entfernen konnte. Nichtsdestotrotz hatten wir Gelegenheit den Charme der Stadt mit ihren weiß strahlenden Kolonialhäusern und den ruhigen kleinen Gassen zu erleben. Architektonisch hat diese Stadt wirklich viel zu bieten.

In Sucre konnte ich auch zum ersten Mal die Erfahrung eines bolivianischen Krankenhauses – es wurde irgendwie nicht besser bei mir- machen. Trotz meiner nicht vorhandenen Spanischkenntnisse konnte ich mich einigermaßen mit Händen und Füßen verständigen. Dies hat zumindest für die Aushändigung von Antibiotika und einer wirklich eklig schmeckenden Elektrolytlösung gereicht. Die Kosten waren mit knapp 20€ noch nicht mal so hoch, als dass ich sie bei meiner Auslandskrankenversicherung eingereicht hätte. Und langsam ging es aufwärts mit mir.

Den Tag unserer Abreise hatten wir uns dennoch (wieder mal) einfacher vorgestellt: Wir hatten eigentlich vor, am frühen Morgen den Bus nach Uyuni zu nehmen. Wie wir gehört hatten, sollte die Landschaft auf dieser Fahrt nämlich so ansehnlich sein, dass sich eine Busfahrt am Tag ziemlich lohnen würde. Was wir aber nicht ahnen konnten… an diesem Sonntag fanden in Bolivien Wahlen statt. Und wenn Wahlen sind, dann soll gewählt werden. Und nichts anderes! So kam es dann auch, dass unser Herbergsvater – übrigens ein Exil-Deutscher- uns mitteilte, dass an diesem Tag keinerlei Transportmittel fuhren! Kein Bus, kein Taxi, nichts. Die Leute sollen eben wählen gehen.

Das wars dann also mit unserem Plan am Abend schon in Uyuni zu sein. Wir versuchten trotzdem am Abend unser Glück am Busbahnhof und Gottseidank fuhr der Bus Richtung Salzwüste und wir konnten für knapp 7€ pro Person die Nachtfahrt antreten. Dank der zunehmenden Höhe – Uyuni liegt knapp 1000 Meter höher als Sucre – wurde es im Bus zunehmen kühler und dass man die Fenster nicht richtig verschließen konnte machte die Busfahrt auch nicht angenehmer. Gegen 3 Uhr morgens kamen wir in der Wüstenstadt an und stiegen im erstbesten Hotel mit Mehrbett-Zimmer ab.

Tag 8-10: Salar de Uyuni

Gegen 6 Uhr Morgens verließen wir unsere spärliche Behausung und suchten uns einen Anbieter für eine Jeep-Tour durch den Salar de Uyuni. Da wir durch die Wahlen in Sucre einen Tag verloren hatten wollten wir nun eigentlich nur eine zweitägige, statt einer dreitägigen Tour machen. Es wurden aber nur 1 oder 3 Tage angeboten. Mist! Wir kannten ja eigentlich nur den Salzsee aus den Reiseführern und dachten dies würde ausreichen. Aber Gottseidank haben wir uns dann doch für die dreitägige Tour entschieden, die uns bis runter in den Tiefen Süden Boliviens führen sollte. Wir entschieden uns für Red Planet Expeditions als Touranbieter. Dieser war zwar einer der teuersten Anbieter, aber dies schien uns bei einer Fahrt in den menschenleeren Süden Boliviens mal gar keine so schlechte Wahl zu sein. Knapp 200 USD bezahlten wir für 3 Tage inkl. Übernachtung und Verpflegung.

Die erste kurze Fahrt führte uns zum Eisenbahnfriedhof, der sich in unmittelbarer Nähe zu Uyuni befindet. Von dort ging es weiter in die eigentliche Salzwüste. Helles Weiß soweit man blicken kann. Dort haben wir zuerst das Dorf Colchani besucht, in dem man sehen kann wie das Salz aus der Wüste verarbeitet wird. Danach ging es weiter zum legendären Salzhotel, in dem man auch wirklich übernachten kann. Wir haben dort aber nur einen kleinen Verpflegungsstop eingelegt. Von dort aus ging weiter zur Kakteeninsel (Fish Island), die sich als einzige Erhebung auf dem sonst komplett flachen Salzsee in die Höhe reckt. Der Blick von dem kleinen Hügel reicht bis zum Horizont. In diesem Bereich haben wir auch die obligatorischen Salzsee-Bilder gemacht, die aufgrund der freien Sicht bis zum Horizont so beeindruckend wirken.
Der nächste Stop war eine kleine Siedlung im Nirgendwo, wo wir in einem kargen Gebäude übernachteten, aber nicht ohne vorher noch ein reichhaltiges Abendessen serviert zu bekommen.

Der nächste Tag begann früh und unser Jeep führte uns vorbei an erloschenen Vulkanen, schroffen Landschaften, riesigen Alpakaherden und zu mehreren Lagunen, die mit teils Hunderten von Flamingos aufwarteten. Auch die höchste und trockenste Wüste der Welt (Siloli) wurde durchquert und erwartete uns mit teils absurden Felsformationen bevor wir in unserer zweiten Unterkunft ankamen, die noch spärlicher war als die vorherige. Ein trauriges, einsames Haus in der Wüste mit einem Plumpsklo davor, aber auch mit einem Highlight: einer natürlichen heißen Quelle, in der man baden kann. Und das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Mitten in der Nacht bei Temperaturen im einstelligen Bereich sprangen wir in das 35° C heiße Wasser und es hätte nur noch ein Cocktail in unseren Händen zum perfekten Glück gefehlt.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum südlichsten Punkt unserer Reise, der Salvador-Dalí-Wüste an der Grenze zu Argentinien und Chile. Dort gibt es die höchsten Berge der Anden und viele Geysire, heiße Quellen und blubbernde Fumarole, aus denen beständig heißer Dampf und vulkanische Gase austreten. Eine unwirtliche Landschaft. So ähnlich müssen sich Astronauten auf dem Mond fühlen.

Nach einigen Stunden Aufenthalt begann die lange Rückfahrt (ca. 6h) nach Uyuni. Von dort wollten wir eigentlich – des Komforts wegen – per Flugzeug nach La Paz zurück. Aber da erst am nächsten Morgen ein Flieger starten sollte und wir somit gar keine Zeit gespart hätten, entschieden wir uns für den günstigeren Nachtbus. Wir verbrachten die verbleibenden Stunden in Uyuni mit Souvenirs kaufen und Pizza essen und bestiegen dann gegen Abend den Bus, der uns über Nacht in die Zivilisation zurück bringen sollte. Es gab sogar was zu essen, aber da es im tiefen Süden Boliviens keine wirklich befestigten Straßen gibt wurden die ersten Stunden Fahrt zu einer wahren Schüttelpartie. Ans Essen war gar nicht zu denken, da wir genug damit zu tun hatten die kleinen Aluminiumschälchen mit Reis und Bohnen festzuhalten, damit diese nicht von unseren Klapptischen runter rutschten.

Die Zeit im südlichen Bolivien war sicherlich das Highlight unseres gesamten Urlaubs und gehört (zusammen mit Norwegen) zu den spektakulärsten Landschaften, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe.

 

Tag 11: La Paz

Den Tag in La Paz verbrachten wir ganz banal mit Sightseeing. Wir besichtigten viele Kirchen, fuhren mit den diversen Seilbahnen (die dort zu benutzen sind wie Busse bei uns) und bummelten durch die lebendige Innenstadt. Für weitere Ausflüge – z.B. in die berühmte Death Road – hatten wir leider keine Zeit, denn wir wollten schon am nächsten Morgen weiter in das Amazonasgebiet fliegen und dort ein paar Tage im Regenwald zu verbringen.

Tag 12-14: Madidi Nationalpark (Regenwald Tour)

Nach einem ca. 40-minütigen Flug in einem verdammt kleinen Flugzeug über endlose Wälder und Flüsse hinweg, landeten wir in der kleinen Stadt Rurrenabaque. Dorthin gelangt man zwar auch durch eine 14-stündige Busfahrt, aber die wollten wir uns dann doch ersparen.

Der Ort Rurrenabaque (sehr gut dargestellt im Film Jungle mit Daniel Radcliffe) liegt im Tiefland von Bolvien, was uns auch erstmal viel höhere Temperaturen und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit bescherte. Der Ort ist ziemlich touristisch und bietet daher eine Vielzahl von Hotels, Restaurants und Bars. Nur im März, als wir dort waren, war anscheinend Nebensaison und somit ziemlich tote Hose. Es gab nur sehr wenige Restaurants, die geöffnet hatten und besonders viele Touristen konnten wir auf den Straßen auch nicht erspähen. Wir buchten uns in ein nettes Hotel mit Pool ein und buchten eine 3-Tage Tour in den Regenwald. Es gibt hier viele Anbieter, die jeweils eigene Camps Mitten in der Natur unterhalten.

Im Nachhinein hätten 2 Tage auch gereicht, um in die Urwald-Atmosphäre abzutauchen.

Nach etwa 4 Stunden auf einem kleinen Kanu flussaufwärts erreichten wir die Madidi Jungle Ecolodge. Es war eine einfache Ansammlung von Hütten unweit des Rio Beni. Dort bezogen wir unsere Hütte mit eigener Hängematte und da wir in der Nebenzeit angereist waren kam es, dass wir auch die einzigen Gäste vor Ort waren. Prima! Die Tage verbrachten wir mit Wanderungen durch den Urwald, (wobei die Märsche in der Nacht immer am spannendsten waren), Piranha-Angeln und Ausflügen per Kanu zu weiter entfernten Arealen. Unerwartet gut war auch die Verpflegung. Wir bekamen 3 warme Mahlzeiten am Tag, morgens immer unterschiedliche frisch gepresste Säfte und Abends vom Steak mit Pommes bis hin zu Kuchen und anderen Köstlichkeiten war alles dabei. Es hat uns jeden Tag aufs Neue überrascht was die Köchin ohne Kühlschrank oder richtige Küche alles zu zaubern in der Lage war.
Auf unseren Wanderungen sahen wir – neben vielen verschiedenen Arten von Bäumen – unsere Wege querende Ameisenvölker, brüllende Affen, riesige Spinnen und quakende Frösche.
Insbesondere die völlige Abkehr von der Zivilisation (es gab weder Strom noch Handyempfang) war ziemlich einnehmend, aber mit der Zeit auch irgendwie eintönig. Vielleicht hätte man sich mehr Lesestoff mitnehmen müssen, aber im Nachhinein hätten wohl 2 Tage gereicht, um in die Urwald-Atmosphäre abzutauchen.

„Jump, Jump“ schrie unser Guide, bevor er sich mit einem beherzten Sprung ins den Fluss verabschiedete

Ein Highlight – wenn auch ein negatives – gab es aber noch. Bei einer Kanutour auf dem Rio Beni fuhren wir durch Stromschnellen, was an sich kein größeres Problem darstellte. Wenn aber genau in diesem Moment der Außenbordmotor des Kanus seinen Geist aufgibt, steigt schnell die Panik in einem auf. Unser Guide versuchte noch verzweifelt mit einem langen Stock das Kanu zu stabilisieren, aber das schien nicht wirklich zu gelingen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, es könnte ja alles nicht so schlimm werden. Aber als sich unser Guide, laut „Jump, Jump“ schreiend, mit einem beherzten Sprung ins Wasser verabschiedete, wurde uns bewusst: Jetzt wird es ernst!
Wir waren gar nicht so weit vom Ufer entfernt, also könnte es schon nicht so schwierig sein wieder an Land zu kommen… dachte ich. Ich verstaute noch schnell meine Kamera in den Tiefen meines Rucksacks und sprang dann selbst ins kalte Nass, meinen Rucksack mit den elektronischen Wertsachen so gut es geht über Wasser haltend. Auch wenn es nur gut 20 Meter bis zum Ufer waren bin ich knapp 200 Meter abgetrieben worden, bevor ich mich an einer Uferböschung festhalten und an Land ziehen konnte. Leider war die Uferböschung an diesem Stück so steil, dass ich mich nicht aus eigener Kraft weiter vom Fluss weg bewegen konnte. So musste ich dort – auf den reißenden Rio Beni blickend – ausharren und auf Hilfe warten. Währenddessen trieb unser Guide, sich an einem großen Ast festhaltend, einige Meter an mir vorbei und rief dabei, dass er mir gleich zu Hilfe kommen würde. Na, da war ich doch mal gespannt!

Nach ca. 20 Minuten kam er tatsächlich an der Uferböschung über mir angelaufen und zog mich beherzt in Sicherheit. Wir mussten nur noch an einigen Dornenbüschen und einem Wespennest vorbei klettern, um dann an einem flachen Uferstück auf weitere Hilfe zu warten. Der Guide meinte es könne nicht lange dauern bis ein Boot vorbei käme und uns entdecken würde. Ich betrieb derweilen Inventur: In meinem klitschnassen Rucksack konnte ich doch tatsächlich unbeschadet meine Kamera herauskramen, nur mein Handy hatte es leider nicht überlebt. Ich war einigermaßen angefressen!

Als nach über einer Stunde natürlich immer kein Boot in Sichtweite war machte mein Guide den Vorschlag doch auf die andere Seite des Flusses zu schwimmen (bestimmt 150 Meter!) und von dort Richtung Camp zu laufen, um an der richtigen Stelle dann nochmal schwimmend den Fluss zu durchqueren. Diese irrsinnige Idee tat ich aber schnell ab und folgte lieber seinem nächsten Vorschlag, nämlich auf unserer Seite des Flusses einen Weg durch den Dschungel zu finden, um so zum Camp zurückzufinden. Wie im Film schlugen wir mit einer großen Machete bewaffnet eine Schneise durch den Wald und kamen so nach über einer Stunde schwitzend in unserem Camp an.
Mein Kumpel, der, als das Unglück begann, nicht aus dem Kanu gesprungen war, sondern sich die ganze Zeit am Boot festgehalten hatte und so bis zum Camp getrieben wurde, erwartete uns schon frisch geduscht und mit einem Getränk in der Hand.
Wir hatten es beide überlebt, aber es hätte natürlich auch ganz anders ausgehen können. Die verbleibende Zeit verbrachten wir etwas verhalten, genossen aber trotzdem die Ruhe und Abgeschiedenheit im Regenwald.

Tag 15: Titicaca See

Nach der Rückkehr nach Rurrenabaque flogen wir wieder nach La Paz und nahmen von dort einen Bus nach Puno, der peruanischen Stadt am Titicacasee. Leider hatte ich in Rurrenabaque meine Kamera im Hotel liegen gelassen. Dies bemerkte ich aber erst kurz vor dem Abflug. So musste ich mich entscheiden, entweder die Kamera holen und den Flug verpassen, oder eben trotzdem zu fliegen und die Kamera in Bolivien zu lassen. Nach einigen wilden Telefonaten – die Flughafenangestellte waren wirklich sehr hilfreich – konnte ich regeln, dass eine Mitarbeiterin des Hotels meine Kamera zum Flughafen bringen würde und der Pilot der nächsten Maschine sie mir nach La Paz hinterher brachte. Nochmal gut gegangen!

Aufgrund meines kleinen Missgeschicks hatten wir aber leider ein wenig Verspätung, so dass wir nach unserer Busfahrt nach Puno keine Zeit mehr hatten, um auf die Isla des Sol zu fahren. Das gehört eigentlich zum Standardprogramm eines Besuchs am Titicacasee, aber wir mussten uns mit einem Mittagessen mit Blick auf den See und einem kleinen Rundgang durch die Stadt begnügen.
Am Abend nahmen wir einen Bus, der uns in einigen Stunden bis nach Cusco bringen sollte.

Tag 16: Cusco

Cusco empfanden wir – zumindest im Zentrum- als sehr touristische Stadt. An vielen Ecken stehen Frauen in traditionell peruanischer Tracht mit einem oder mehrere Alpakas im Schlepptau mit denen man sich fotografieren lassen konnte. Auch wurde man häufiger angesprochen, ob man denn diese oder jene Tour machen wollte. Verließ man den Innenstadtbereich so wurde alles authentischer und ruhiger und wir konnten ohne Stress die Stadt erkunden. Von allen besuchten Städten in Peru hat uns Cusco am besten gefallen.

Tag 17: Ollantaytambo

Von Cusco aus fuhren wir per Bus zur Maya-Stätte Ollantaytambo. Diese verlangt genau soviel Eintritt wie Machu Picchu, was ich ziemlich übertrieben finde, da Ollantaytambo nicht ansatzweise soviel Charme hat wie sein großer Bruder. Trotzdem ist es natürlich ein Touristenmagnet und wird spätestens ab Mittags von Touristenbussen geradezu überschwemmt. Ihr solltet also so früh wie möglich hochsteigen.
Von Ollantaytambo gibt es nun diverse Möglichkeiten um nach Machu Picchu zu kommen (Welche genau könnt ihr in diesem tollen Blog nachlesen). Man kann den Inka-Trail wandern, was viele Backpacker machen und ca. 4 Tage dauert. Soviel Zeit hatten wir leider nicht und sind deswegen mit zahlreichen Rentnern im Touri-Zug nach Aguas Calientes gefahren. Das ist die schnellste, aber auch die teuerste Variante. Wir haben ca. 90 Euro für die Hin- und Rückfahrt bezahlt und sind dafür an einer landschaftlich sehr schönen Strecke direkt am Fluss Urubamba entlang gefahren. Spät Abends sind wir dann in Aguas Calientes angekommen, einer sehr touristischen Stadt am Fuße des Machu Picchu Berges und haben direkt unser Hostel bezogen. Am nächsten Morgen sollte es nämlich schon um 5 Uhr morgens losgehen!

Tag 18: Machu Picchu

Wir wollten zu Fuß die Inkastätte besteigen und deswegen so früh wie möglich los wandern. Ca. eine halbe Stunde Fußmarsch hinter Aguas Calientes muss man den Urubamba überqueren. Da die Brücke über den Fluss erst um ca. 5 Uhr morgens öffnet, kann man gar nicht früher loslaufen. Danach folgt eine ca. 1-1,5 stündige Wanderung den steilen Berg hoch. Eine der anstrengendsten Wanderungen, die ich je unternommen habe. Die große Höhe von über 2000 Metern macht es sehr kräftezehrend. Ich habe mich außerdem viel zu dick angezogen, da es morgens früh noch sehr kalt war. Aber spätestens ab Mittag wurde es in der Sonne sehr warm.

Oben angekommen muss man sich erst einmal in die Schlange am Eingang anstellen und gelangt dann mit hunderten anderen zum heiß ersehnten UNESCO Weltkulturerbe. Es war unglaublich beeindruckend und wir wanderten kreuz und quer über das weit verstreute Gelände. Je weiter man sich vom Zentrum der Inkastadt entfernt, desto weniger Menschen begegnet man und desto schöner wird die Atmosphäre.
Einen schweren Aufstieg hatten wir aber noch vor uns, denn auf Machu Picchu gibt es 2 weitere Berge die man besteigen kann. Diese Besteigung muss man genau wie die eigentlichen Eintrittskarten schon Monate im Voraus buchen und hat hierbei die Auswahl zwischen dem auf jedem Machu Picchu-Foto sichtbaren Huayna Picchu und dem viel höheren Montaña, der auf über 3000 Metern liegt und der uns knapp 2 Stunden und sehr viel Schweiß für den Aufstieg kostete.
Der Ausblick war es aber natürlich mehr als wert. Erwähnenswert ist, dass sich am Zugang zum Montaña eine kleine Hütte befindet, wo die Eintrittskarten kontrolliert werden, aber auch Wasser (zu normalen Preisen) verkauft wird. Auch an einer anderen Hütte auf dem weitläufigen Gelände wurden Wasserflaschen verkauft. Also ist es nicht unbedingt notwendig literweise Wasser den Berg hochzuschleppen.

Nachdem wir den ganzen Tag auf Machu Picchu verbracht hatten, begannen wir gegen 17 Uhr langsam mit dem Abstieg, unsere Beine meldeten sich bei jedem Schritt des steilen Abstiegs. Gegen Einbruch der Dunkelheit waren wir unten angekommen und schleppten uns zurück zu unserer Unterkunft in Aguas Calientes. Endlich geschafft!

Am nächsten Morgen nahmen wir sehr früh den Zug zurück nach Cusco und von dort direkt ein Flugzeug nach Lima. Nach einigen Stunden bummeln im sehr westlichen und modernen Stadtteil Miraflores verließen wir Peru endgültig und flogen noch am gleichen Tag zurück nach Deutschland.

Tipps für Eure Reise

  • ohne Spanischkenntnisse ist es ziemlich schwer zurecht zu kommen, aber andere Touristen helfen immer gerne aus
  • Die Busse in Peru sind wirklich sehr komfortabel und dafür echt günstig
    • Die Busse in Bolivien sind gar nicht mal so bequem, dafür aber auch noch billiger
  • Das allgemeine Preisniveau (zumindest in Peru) ist ziemlich hoch.. und kann mit Westeuropa verglichen werden
  • Im Salar de Uyuni (Bolivien) solltet ihr auf jeden Fall eine 3-Tage Tour machen, sonst verpasst ihr zuviel von der unbeschreiblichen Landschaft
  • Im Madidi Regenwald reichen meiner Meinung nach auch 2 Tage, um das richtige Dschungelgefühl zu bekommen
  • Der Zug nach Machu Picchu ist schnell und komfortabel, aber auch sehr teuer und voller Touristen (meist Rentner)
    • Die alternative Wanderroute dauert jedoch sehr lange (4 Tage)
  • Auf Machu Picchu gibt es Wasser zu kaufen. In dem weitläufigen Gebiet ist man stellenweise auch fast ganz alleine unterwegs

 

Was habt ihr für Erfahrungen auf Eurer Reise gemacht oder habt ihr noch spezielle Fragen? Schreibt uns doch einen Kommentar!

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