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Roadtrip Provence – Reichen 5 Tage an der Côte d’Azur?

By on 1. May 2018

Was macht man Schönes an einem langen 5-Tage-Wochenende? Genau diese Frage stellten wir uns letztes Jahr. Während der eher ergebnislosen Suche nach günstigen Flügen wurde eigentlich scherzhaft die Idee eingeworfen in die Provence zu fahren. Wir lieben Frankreich und verbringen immer wieder gerne dort unsere Zeit. Die kurze Recherche bei Google Maps ergab, dass es 12 Stunden Fahrt bis Monaco sind… lohnt sich eigentlich nicht für gerade mal 5 Tage. Oder etwa doch???

Für uns hat es sich gelohnt, auch wenn es verrückt ist 12 Stunden durch die Nacht zu fahren, nur 4 Tage vor Ort zu haben und den letzten Tag mit der Rückfahrt zu verbringen. Aber wir haben es nicht bereut. Diese paar Tage in der Provence bzw. an der Côte d’Azur waren einfach nur atemberaubend und wunderschön.

Tag 1 – Kein Schlaf, kein Kaffee…aber endlich in Monaco

Bevor wir den ersten Tag in Monaco verbringen konnten warteten 12 lange, wirklich sehr lange Stunden im Auto auf uns. Wir sind am Abend zuvor losgefahren und haben uns die Nacht durch immer wieder beim Fahren abgewechselt. Wirklich geschlafen haben wir dabei aber nicht und so kam es, dass wir uns auf den letzten Metern vor Monaco ordentlich angezickt haben. Übermüdung, zu wenig Schlaf und zu wenig Kaffe sind keine gute Kombination. Die schlechte Stimmung war aber sofort wie weggeblasen, als wir endlich auf der Küstenstraße waren und den ersten herrlichen Ausblick bei strahlend blauen Himmel auf Monaco hatten.

Monaco hatte dann auch direkt eine besonders schöne Überraschung für Andreas parat, die wir garnicht bedacht hatten. Am Wochenende sollte dort das Formel-1 Rennen stattfinden und so ist Andreas erstmal mit meinem kleinen Ford Fiesta die Rennstrecke entlang gefahren. Danach ging es in das nicht ganz billige Parkhaus und von da aus zu Fuß weiter.

Unser Spaziergang führte uns zuerst zum Hafen mit den “kleinen, bescheidenen” Yachten. Von da aus ging es weiter zum Monte Carlo Casino, welches ihr euch unbedingt von innen anschauen solltet (die Eingangshalle ist kostenlos und auch ohne Abendgarderobe zu besichtigen) und dann Richtung Monaco-Ville, der Altstadt. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick und ist in direkter Nähe zum Fürstenpalast und dem angrenzende botanischen Garten. Insbesondere bei schönem Wetter kann man die Gegend gemütlich zu Fuß erkunden.

Da wir insgesamt nur 5 Tage hatten ging es am frühen Nachmittag weiter nach Éze. Diesen kleinen Ort solltet ihr auf keinen Fall verpassen….für uns war es eines der Highlights. Éze liegt direkt an der Küste auf einem Hügel. Ihr habt also eine spektakuläre Aussicht. Dazu führen viele, kleine und verträumte Gassen durch den Ort mit schönen Restaurants und kleinen Läden. Oben auf dem Hügel gibt es dann noch einen tollen botanischen Garten, den Jardin d’Eze. Auch wenn man nicht so sehr auf Blumen steht sollte man sich einen Spaziergang und die atemberaubende Aussicht nicht entgehen lassen.

Die letzten Stunden des Tages haben wir in Nizza verbracht mit einem kleinen Spaziergang an der Promenade entlang und etwas Zeit am Strand. Damit war unser Pensum für diesen Tag erschöpft und es ging Richtung Hotel. Da die Hotels in der Provence, insbesondere an der Küste, recht teuer waren und wir am nächsten Tag Richtung Gorge du Verdon wollten haben wir ein Hotel abseits der großen Küstenstädte gewählt.

Tag 2 – Schluchten, kleine Dörfer und viel zu süße Marmelade

An unserem zweiten Tag in der Provence hatten wir für morgens einen Besuch in der Konfiserie Florian geplant. Wir waren tatsächlich schon so früh morgens dort, dass die Konfiserie noch nicht wirklich geöffnet hatte. Rein gelassen hat man uns trotzdem und wir konnten alleine die kleine Führung genießen und sehr viele zuckrige Süßigkeiten und viel zu süße Marmeladen probieren. Wir fanden die Führung auf jeden Fall interessant und können diese nur weiterempfehlen. Die Führung ist kostenlos und am Ende kann man die ganzen Sachen, deren Produktionsprozess wir beobachten konnten, auch käuflich erwerben. Bei Preisen von ca. 20 bis zu 40 Euro für eine Tüte Süßes haben wir uns aber eher zurückgehalten.

Von der Confiserie Florian aus wollten wir eigentlich direkt Richtung Gorge du Verdon fahren… die wunderschöne Natur auf dem Weg hat uns allerdings davon abgehalten. Die Schluchten, Wasserfälle und spektakulären Aussichten in dieser Umgebung sind einfach zu schön, um vorbeizufahren. Auf dem Weg zum Gorge du Verdon haben wir daher ständig angehalten… sofern dies möglich war. Leider sind die Straßen durch die Schluchten zu teil so eng, dass man einfach nicht anhalten kann. Auf dem Weg kommt man aber immer wieder an schönen kleinen Dörfern und tollen Aussichtspunkten vorbei und kann jede Menge toller Fotos machen.

So kam es, dass wir den ganzen Tag mit der Fahrt und den ganzen Zwischenstops vertrödelt haben und erst am späten Nachmittag am Gorge du Verdon waren. Die Fotos, die man im Internet sieht, lügen nicht. Das Wasser ist tatsächlich so strahlend hellblau und wir konnten es kaum erwarten dort mit dem Kanu zu fahren… aber leider hat auch ein Kanuverleih seine Öffnungszeiten und wir waren zu spät. Mist! Also haben wir die Zeit noch für ein paar Fotos genutzt und den Kanu-Ausflug auf den nächsten Tag verschoben.

Tag 3 – Gorge du Verdon: Bergauf, Bergab….und dann die Kanufahrt?

Tag 3 ging sehr früh los. Für diesen Tag hatten wir uns eine Wanderung durch die Schlucht von Verdon herausgesucht. Da die Wanderung kein Rundweg ist fährt hier morgens und nachmittag ein Shuttlebus. Da wir am nachmittag nicht auf den Bus warten oder diesen verpassen wollten haben wir uns dazu entschieden morgens den Bus zu nehmen und so die Wanderung zum Auto zurückzulaufen. Falls ihr mit dem Auto zum Ausgangspunkt fahrt solltet ihr auf jeden Fall früh losfahren… ihr werdet nicht die einzigen dort sein und die Parkplätze sind begrenzt. Auch solltet ihr euch einen guten Platz an der Bushaltestelle reservieren… denn auch der Bus wird schnell voll sein.

Nach der Busfahrt geht es dann mit einer ganzen Gruppe von Leuten los. Da wir eher zu den langsamen Wanderern gehören war das nicht so schlimm. In Kürze waren alle viel weiter als wir und wir hatten endlich unsere Ruhe bei der Wanderung. Dieser Hike ist echt einmalig, denn wo kann man schon so lange in einem Canyon wandern, und sollte auf jeden Fall auf eurer ToDo-Liste stehen. Es geht zwar immer wieder bergauf, bergab und wieder bergauf und wieder bergab aber selbst für eher ungeübte Wanderer ist dies machbar. Wir haben die 14 km Wanderung in der vorgegebenen Zeit von ca. 6,5 Stunden geschafft (ohne größere Pausen)… allerdings hatten wir auch ein bisschen Zeitdruck. Immerhin wollten wir nach der Wanderung noch die Kanufahrt des vorherigen Tages nachholen.

Die meisten Leute legen nach der Wanderung an dem Café neben dem Parkplatz erstmal eine Pause ein… aber für uns ging es direkt weiter. Um nicht wieder zu spät zu sein ging es ohne Pause ins Auto und wieder Richtung der Brücke Pont du Galetas und dem Kanuverleih. Andreas hat sich schon gefreut, dass er eine plausible Erklärung hatte um extrem schnell durch die Serpentinen zu heizen… und wir waren tatsächlich früh genug am Kanuverleih angekommen. Allerdings waren wir die einzigen dort. Der Strand, der Kanuverleih und die Einfahrt in die Schlucht waren wie ausgestorben. Wie wir herausfanden hatte alles zu, weil es recht stürmisch war. Also hat es wieder nicht mit der Kanufahrt geklappt. Leider konnten wir diese in den restlichen 2 Tagen auch nicht mehr nachholen. Wir müssen also irgendwann auf jeden Fall nochmal dorthin um die Kanufahrt zu machen. Ich hoffe ihr habt mehr Glück als wir und könnt dieses kleine Abenteuer dort genießen.

Tag 4 – Unsere liebste Küstenstadt Cassis

Der vierte Tag unseres Provence Roadtrips startete mit Marseilles. Geparkt haben wir in einem Parkhaus am Hafen, da man von dort aus zu Fuß gut die umliegende Umgebung erkunden kann… wenn man denn möchte. Für uns war recht schnell klar, dass Marseilles für unseren Geschmack schon wieder zu groß und laut war. Deswegen haben wir dort nicht viel Zeit verschwendet und sind nach 2-3 Stunden weiter nach Cassis gefahren. Im Nachhinein hätten wir lieber den kompletten Tag in Cassis verbracht. Hier kann man durch die kleinen Gassen schlendern, durch die vielen kleinen Geschäfte bummeln und hervorragend am Hafen essen gehen. Cassis war für uns neben Éze ein absolutes Highlight. Wenn ihr auch diese kleinen, verträumten Dörfer mögt solltet ihr unbedingt dort einen Zwischenstopp einplanen.

Nach einem frühen Abendessen in Cassis ging es pünktlich zum Sonnenuntergang weiter in den Parc National Calanque. Der Nationalpark erstreckt sich entlang der Küste mit seinen Klippen und bietet eine fantastische Aussicht über die Küstenregion. Wir haben hier einen wunderschönen Sonnenuntergang genossen und sind auch etwas gewandert. Hier geht es aber auch wieder bergauf und bergab und das auf schroffem Gestein. Wenn ihr etwas Zeit mitgebracht habt könnt ihr auch einen der vielen Wanderwege ausprobieren und die schneeweißen Kalksteinformationen und die schroffen Felsbuchten aus der Nähe betrachten. Zu den unterschiedlichen Wanderwegen findet ihr mehr Informationen und auch Wanderkarten in den Touristeninformationen oder z.B. hier.

Nach dem wunderschönen Sonnenuntergang sind wir vom Nationalpark aus nach Avignon (eine etwas größere Stadt mit einer pittoresken ummauerten Altstadt) gefahren. Dort haben wir am Abend noch die Altstadt erkundet und ein tolles Menü in einem Wasser-und-Wein-Restaurant genossen.

Tag 5 – Avignon und Senf… ähm Dijon

An unserem letzten Tag haben wir uns die Altstadt nochmal bei Tageslicht angeschaut. Unser Hotel lag direkt ausserhalb der Stadtmauer, so dass wir die Altstadt zu Fuß erreichen konnten. Hier lohnt sich insbesondere der Besuch des Papstpalastes und dem in der Nähe gelegene Place d’Horloge. Hier kann man mittags gut eine kleine Pause in einem der vielen kleinen Restaurants einlegen.

Von Avignon aus ging es nach Dijon… ja, die Stadt, wo der Senf herkommt. Dementsprechend bekommt man in Dijon in jeden Geschäft die unterschiedlichsten Senfsorten zu kaufen. Diese Stadt haben wir uns eigentlich nur ausgesucht, da sie einen schönen Zwischenstopp auf unserer ansonsten viel zu langen Route nach Hause bedeutet hat. Da wir in Dijon nicht wirklich viel Zeit hatten, sind wir nur ein wenig durch die Innenstadt geschlendert und haben uns den Herzogspalast und den Place de la Libération angeschaut. In der näheren Umgebung gibt es aber noch weitere Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die Kathedrale von Dijon oder den Jardin botanique de l’Arquebuse. Falls möglich, solltet ihr schon mindestens ein halben Tag in Dijon einplanen.

Dijon war dann auch der letzte Halt auf unserer Reise durch Provence und Côte d’Azur. Danach folgten noch ca. 600 km stumpfe französische Autobahn bis wir endlich wieder zu Hause waren. Dieser Kurztrip in die Provence wird aber definitiv nicht unser letzter Besuch dort gewesen sein. Die Provence ist unbeschreiblich schön und hat so viel zu bieten, dass wir beim nächsten mal definitiv länger bleiben werden.

Was habt ihr auf eurer Reise erlebt oder habt ihr noch Fragen oder Anregungen? Schreibt uns doch einen Kommentar!

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