Afrika Tansania

Selbstfahrer Safari Tansania – Reisebericht (Teil 1/2)

By on 10. January 2018

Nach einem ersten tollen Tag in Afrika (wir hatten uns eine Kaffeeplantage und Wasserfälle in Moshi angesehen) sollte es endlich losgehen… ¸das Abenteuer Safari. Aber zuvor mussten wir erstmal den Wagen abholen. Wir hatten die Info erhalten, dass die Einweisung ca. 3 Stunden dauert. Danach wollten wir schnell einkaufen um dann zum ersten Park, dem Lake Manyara, fahren. Aber wie ist es doch immer…man macht einen Plan und dann kommt alles anders.

Abholung Landrover

Der Treffpunkt zur Abholung war morgens um 8.30 Uhr bei Serengeti Select Safaris in Arusha. Serengeti Select Safaris arbeitet mit Tanzanian Pioneers zusammen, wo wir wiederum den Wagen gemietet hatten (mehr dazu hier). Als wir dort ankamen mussten erst ein paar Unterlagen ausgefüllt werden und dann ging schon die Einweisung los. Hierzu bekamen wir eine Liste mit dem Equipment, das im Wagen ist. Das durchgehen der Liste inkl. der Demonstration, wie das Zelt aufgebaut wird, wie der große Wagenheber zu bedienen ist usw. dauerte schon deutlich länger als gedacht. Auch fehlten einige Dinge in unserem Wagen, so dass jemand von Serengeti Select Safaris noch in die Stadt fahren musste um die fehlenden Dinge zu besorgen. Nachdem der Teil der Einführung abgeschlossen war ging es darum die Route zu besprechen. Die Besprechung war für uns sehr hilfreich, da Nathan von SSS sich gut in den Parks auskennt und uns einige Tipps geben konnte. Ausserdem konnte er uns sagen, wo wir am besten in Arusha einkaufen gehen.

Als wir mit der Einführung und der Besprechung endlich fertig waren, waren nicht 3 Stunden sondern knapp 5 Stunden vergangen…..jetzt mussten wir uns beeilen. Der Einkauf war in ca. einer Stunde erledigt. Hier haben wir direkt gemerkt, dass die Preise in Tansania tatsächlich sehr hoch sind. Für den Einkauf wurden knapp 80 $ los…und das obwohl wir schon einiges von zu Hause mitgebracht hatten und hier hauptsächlich frische Sachen und Wasser gekauft haben. Nach dem Einkauf sind wir nochmal kurz bei SSS vorbeigefahren, haben unserer letzten Sachen schnell irgendwie ins Auto geworfen und konnten endlich losfahren.

Anreise Panorama View Campsite

Da es inzwischen Nachmittag war und viel zu spät um noch in den Lake Manyara zu fahren wurde dieser spontan von der Liste gestrichen. Stattdessen ging es Richtung Panorama View Campsite, der ein Stück von Ngorongoro entfernt und ausserhalb der Nationalparks liegt. Auf dem Hinweg wurden wir mehrfach von der Polizei angehalten und kontrolliert. Diese Begegnungen waren aber immer freundlich und manchmal hatte es den Anschein, dass die Polizisten einfach nur ein bißchen plaudern wollten.

Kurz vor dem Ziel mussten wir dann zwangsweise jedoch eine größere Pause einlegen. Wir mussten am Straßenrand  halten, weil ein ehemaliger Präsident auf dem Weg war…und das bedeutete, dass sonst niemand die Straße benutzen durfte. Ca. 30 Minuten später durften wir dann aber doch weiter…nur um am Eingang von Lake Manyara wieder angehalten zu werden….jetzt sollte der ehemalige Präsident aber wirklich vorbeikommen. Naja, hier gab es wenigstens Affen am Eingang, die man zum Zeitvertreib fotografieren konnte. Nochmal 20 Minuten später rauschte plötzlich eine Autokolonne mit einer Affengeschwindigkeit vorbei. Das war er endlich. Also durften auch wir jetzt weiter zu unserem Campingplatz.

Als wir dort ankamen war es schon kurz vor 18 Uhr und damit kurz vor Einbruch der Dunkelheit (und die kommt in Ostafrika sehr abrupt).  Also haben wir nur noch hektisch das Zelt aufgebaut und die Sachen zum Kochen rausgesucht. Das Zelt haben wir noch in der Dämmerung aufgebaut, gekocht wurde dann im Licht der Taschenlampe und gegessen einfach schnell aus dem Topf. Anstatt eines gemütlichen Abends mit toller Aussicht, war also alles ganz schön stressig. Müde und kaputt, nach unserem ersten Tag mit dem Landrover ging es nun in unser Dachzelt. Ich bin ja eigentlich kein besonders großer Freund von Camping….aber das Dachzelt war mit einer dicken Matratze ausgestattet, sehr bequem und wir haben hier meistens gut geschlafen.

Unser erster Morgen fing dann erstmal mit Auto aus- und ordentlich wieder einräumen an. Es kann ja nicht schaden, wenn man halbwegs einen Überblick darüber hat, was wo ist und die wichtigsten Dinge in greifbarer Nähe sind…..und trotzdem war die meist gefragte Frage der Safaritour: Weißt du wo …. ist?

Außerdem mussten wir nochmal die letzte Dusche für die nächsten 2 Tage genießen, da wir eine Nacht auf dem Nasera Rock Special Campsite und eine Nacht auf dem Noorkisaruni Special Campsite eingeplant hatten. Ein Special Campsite ist ein zugewiesener Platz in der freien Natur, den man ganz für sich alleine hat. Dieser riesen Vorteil hat jedoch den Nachteil, dass es keine Waschräume und Toiletten gibt. Man muss also damit leben hinter den Busch zu verschwinden und nur eine Katzenwäsche machen zu können. Nathan von Tanzanian Pioneers hatte uns für die Anreise zum Nasera Rock die Route Richtung Lake Masek und dann Richtung Norden vorgeschlagen.

Anreise und Registrierung Ngorongoro

Aber erstmal ging es vom Panoramaview Campsite zum Eingang des Ngorongoro Nationalpark. Die Fahrt dauerte ca. 1 Stunde. Kurz vor dem Ziel haben wir auch schon die ersten Zebras gesehen. Die Prozedur am Eingang des Ngorongoro hatte ich mir komplizierter vorgestellt als sie letztendlich war. Man musste ein Formular ausfüllen und dieses gemeinsam mit den Vouchers für die Special Campsites abgeben. Die Voucher hatten wir von Nathan erhalten. Er hatte sich um die komplette Reservierung gekümmert. Die Daten des Vouchers und des Formulars wurden in den Computer eingegeben,die Zutrittsbescheinigung ausgedruckt und dann musste nur noch bezahlt werden. An diesem Punkt mussten wir ganz tapfer sein. Die 2 Tage Ngorongoro auf 2 Specialcampsites für 2 Personen und ein Auto kosteten mal eben 566 $. Wenn man in den Krater fahren will muss man pro Auto nochmal 300 $ bezahlen. Da uns das echt zu teuer war haben wir darauf verzichtet.

Jetzt konnte die Safari endlich losgehen… Nach dem Eingang ging es für einige Zeit über die holprige Straße bis man zur ersten Abzweigung kommt, an der wir von der Hauptstraße abgebogen sind und somit auch Ruhe vor den anderen Autos hatten. Insbesondere das erste Stück nach dem Eingang war sehr voll.

Wenn man vorbeifährt ohne Süßigkeiten oder Geld zu verteilen, werden zum Teil Steine oder Stöcker geworfen!

Nach der Abzweigung ging es am Rand des Kraters entlang weiter Richtung Westen und dabei durch viele, viele Massai Dörfer. Die Reaktionen der Massai waren dabei sehr unterschiedlich. Von freundlich bis abweisend war alles dabei. Manche standen winkend am Straßenrand. Wenn wir ein Bild machen wollten, haben wir den Kindern was Süßes gegeben, die Erwachsenen wollten Geld. Oft haben wir Kinder am Straßenrand bettelnd mit der Hand winken sehen. Wenn man vorbeifuhr ohne Süßigkeiten oder Geld zu verteilen, wurden zum Teil Steine oder Stöcker geworfen.

Die Fahrt durch die Massai Dörfer erstreckte sich über 2-3 Stunden….dementsprechend haben wir hauptsächlich Ziegen, Schafe und Kühe anstatt Elefanten und Löwen gesehen. Die Landschaft entlang der Straße war trotzdem sehr schön und man hat einiges zu schauen….außerdem konnte man sich schon mal ein wenig auf das Holpern und Rütteln der nächsten Tage vorbereiten.

Wie Nathan es uns vorgeschlagen hatte sind wir nicht lange der Hauptstraße gefolgt, sondern nahmen die Abzweigung Richtung Endulen. Hier ging es noch ein Stück weiter über eine Hauptstraße bis kurz hinter Endulen. Danach folgten wir mehr oder weniger einfach den Spurrillen und versuchten uns mittels Karte und Handy zu orientieren. Uns half hierbei insbesondere die Android App Maps.Me, auf der ein Großteil der Wege verzeichnet ist. Der Weg Richtung Lake Masek führte uns hauptsächlich durch Sand und Staub…auch das sollte in den kommenden Tage eine leider sehr große Rolle spielen.

Aber weiter….auf dem Weg zum Lake Masek haben wir immer wieder Zebras, Giraffen und Antilopen gesehen. Von Lake Masek aus ging es dann weiter über eine sehr Flache Ebene Richtung Hauptstraße. Hier hatte man einen tollen und sehr weiten Blick und konnte weitere Tiere, wie Strauße, Gnus usw. entdecken.

Nach dem ersten Teil der Strecke, die uns wieder zur Hauptstraße führte, ging es weiter zu unserem ersten Special Campsite Nasera Rock….aber die Zeit wurde knapp. Die Strecken sollte man nicht unterschätzen. Google und Co. berechneten teilweise Zeiten die nur bei normaler Geschwindigkeit machbar wären. Je nachdem, wie der Weg sich gestaltet, konnte man jedoch nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Auf der Hauptstraße konnte man ca. 60 km/h fahren….allerdings war die Hauptstraße auch die Strecke auf der man am meistens durchgeschüttelt wurde und alles im Auto klapperte…von daher meidet die Hauptstraßen so gut es geht!!!!

Special Campsite Nasera Rock

Ein paar Meter auf der Hauptstraße konnten wir jedoch nicht vermeiden. Danach ging es wieder abseits der Hauptstraße nach Norden und somit Richtung Nasera Rock. Wir hatten inzwischen schon frühen Nachmittag und uns war nicht bewusst, dass die Strecke so lang werden würde. Von der Hauptstraße aus brauchten wir nochmal ca. 3 Stunden zum Campsite. Auch mussten wir feststellen, dass wir nicht auf der richtigen “Straße” waren…..in der Hoffnung auf eine Abzweigung sind wir trotzdem weiter gefahren. Irgendwann war aber der Punkt da, an dem es so nicht weitergehen konnte. Also haben wir die Hinweise bei Einfahrt in den Ngorongoro Nationalpark ignoriert und sind Offroad gefahren.

Oje, gleich bricht der Wagen auseinander!

Am Fuße des Berges konnten wir in weiter Entfernung eine Straße erkennen. Diese wurde nun querfeldein angesteuert. Hierbei sollte man jedoch vorsichtig sein, da man nicht alle Schlaglöcher rechtzeitig erkennt. Das sollte während der Safari aber noch des Öfteren passieren und nicht nur einmal hat es so laut gescheppert, dass wir dachten: “Oje, gleich bricht der Wagen auseinander”.

Nach ca. 45 Minuten waren wir endlich auf der richtigen Straße und konnten zügig zum Nasera Rock weiterfahren. Dort angekommen blieb uns aber nicht mehr besonders viel Zeit. Also wurde schnell den Wagen an einer schönen Stelle abgestellt und alles zum Essen kochen rausgestellt. Beim Öffnen des Kofferraums zeigten sich dann die Spuren der Fahrt durch Sand und Staub. Alles war von einer dicken Schicht Dreck überzogen. Aber dafür war jetzt keine Zeit. Es dämmerte schon und wir waren hungrig. Plötzlich hörten wir eine Mischung aus Bellen und Jaulen. Was waren das für merkwürdige Geräusche? Hyänen? Oder andere gefährliche Tiere? Ich bin erstmal schnell wieder ins Auto gehüpft, während Andreas auf dem Dach stand und das Zelt vorbereiten wollte.

Schnell waren die Übertäter gefunden…auf dem Nasera Rock wohnten Affen. Da Affen gerne Essen und andere Dinge klauen wurde schnell alles wieder ins Auto geräumt und vorsichtshalber ein paar Meter weiter entfernt geparkt. Während es weiter dämmerte, wir schnell das Essen zubereiteten und das Zelt aufbauen wollten kam auch schon der nächste Besucher.

Campingplatz Registrierung mitten im Nirgendwo

Ein Massai stellte sich zu uns und beobachtete uns…..minutenlang. Danach griff er zum Handy, telefonierte kurz und beobachtete uns weiter. Kurze Zeit später kam noch ein weiterer Massai dazu der uns erklärte, dass er uns für den Campsite registrieren müsste. Also mussten wir unsere Eintrittserlaubnis für den Ngorongoro vorzeigen, sowie die Reservierung für den Nasera Rock. Dann wurde ein Formular ausgefüllt und unsere Reisepassdaten eingetragen. Das hätten wir uns bei einem Aufenthalt mitten in der Natur in Afrika nicht gedacht. Nach ein paar Minuten konnten wir uns aber endlich wieder unserem Essen widmen.

Satt bereiteten wir uns nach dem Essen für die Nacht im Zelt vor. Also sind wir schnell nochmal hinter den Busch, putzten die Zähne und kletterten die Leiter rauf ins Dachzelt. Da es in der Nacht stark gestürmt hat, war jedoch nicht an viel Schlaf zu denken. Es klapperte und der Wagen schwankte bei den starken Windböen. Nicht nur einmal dachte ich, dass der Wagen gleich umkippt…aber er hat dem Wind stand gehalten und nach einigen unruhigen Stunden begrüßte uns der wunderschöne Sonnenaufgang zu unserem zweiten Safaritag.

Noorkisaruni Special Campsite

Der zweite Tag startete mit einem schnellen Müsli und einer Tasse Kaffee bevor es los ging. Für heute hatten wir uns vorgenommen früher an unserem nächsten Special Campsite Noorkisaruni zu sein. Aber wo soll der nur sein? Die Recherche im Internet vor dem Urlaub brachte kaum Ergebnisse und die Massai konnten uns nur ungefähr sagen, wo der Campsite ist.

Unsere ursprüngliche Route sollte uns dabei eigentlich durch das Gebirge am Nasera Rock und danach wieder ein Stück weiter Richtung Norden führen um den Gorge Olkarien zu besichtigen und dann Richtung Hauptstraße und zum Noorkisaruni Campsite.

Schatz, wir müssen noch kurz tanken!

Am Abend zuvor hatten wir aber schon unseren großen Fehler am Eingang zum Ngorongoro bemerkt…wir hatten nicht nochmal vollgetankt. Mit nur noch einem Viertel vollen Tank wäre die Strecke nicht zu schaffen.

Es gibt nur eine einzige Tankstelle im Ngorongoro Park!

Also mussten wir kurz tanken….kurz bedeutete auf dem schnellsten Weg zur Hauptstraße und dann wieder Richtung Eingang. Dort war nämlich die einzige Tankstelle im ganzen Ngorongoro Nationalpark. Vom Nasera Rock aus dauerte die Fahrt ca. 2,5 Stunden. Die Fahrt haben wir genutzt um auf dem Weg durch die Oldupai Schlucht zu fahren. Die Schlucht ist sehr schön und sollte unbedingt besichtigt werden.

Nach dem Tanken nochmal zurückzufahren und die Olkairen Schlucht zu besichtigen schafft man zeitlich dann nicht mehr. Deshalb sind wir von der Tankstelle aus wieder Richtung Endulen fahren und kurz danach die Straße hoch zum Noorkisaruni. Der Weg dorthin war teilweise kaum befahrbar bzw. mussten wir ein ganzes Stück in Schrittgeschwindigkeit über Stock und Stein fahren. Ohne Landrover ist die Strecke nicht zu schaffen. Wer aber Spaß an so einer abenteuerlichen Strecke hat sollte den Weg über Endulen zum Noorkisaruni nehmen.

Nach einigen Stunden über Stein, Sand und immer wieder vorbei an strahlend weißen Tierknochen waren wir dann endlich gegen 14 Uhr an unserem Special Campsite. Wir wollten diese Ruhe in der Natur genießen und ausgiebig Zeit haben um entspannt alles aufzubauen und Fotos zu machen. Den Wagen parkten wir im Schatten einer großen Akazie und erkundeten die Felsen, von denen aus man einen herrlichen Blick über die Gegend hatte.

Auch hier kamen später wieder die Massai für die Registrierung vorbei. Den restlichen Abend konnten wir einfach die Seele baumeln lassen und Ausschau nach Tieren halten. Besuch erhielten wir unter anderem von einer Hyäne und am nächsten morgen von ein paar Zebras. Auch konnten wir morgens den Sonnenaufgang direkt aus dem Dachzelt beobachten. Für uns war der Aufenthalt am Noorkisaruni Campsite der schönste der Safari.

Lest den 2. Teil unseres Reiseberichts hier… 

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Sabrina & Andreas
Germany

Hi. Wir sind Sabrina und Andreas. Wir lieben das Reisen und packen so oft wir können unsere 7 Sachen und machen uns auf den Weg zum Flughafen, oder zum Auto, oder zur Fähre. Egal. Hauptsache weg! Wir teilen gerne einige unsere Erfahrungen mit Euch und lassen Euch an unseren Reisen teilhaben.