Norwegen Roadtrip

TROLLTUNGA Wanderung | Tipps zur Anreise & zum Parken

By on 10. September 2017

Wie kommt man eigentlich zum Trolltunga und wo parkt man am besten, um sich unnötige Lauferei zu ersparen?

Wir verraten es euch in diesem Artikel!

Nachdem wir Trolltunga ja eigentlich an 2 Tagen bezwingen wollten haben wir uns aus diversen Gründen entschieden, es doch an einem Tag zu machen. So mussten wir zwar nicht die schwere Ausrüstung inklusive Zelt mitschleppen, verzichteten dafür aber auch auf die Gelegenheit in romantischer Einsamkeit einen Sonnenuntergang bzw. -aufgang auf Trolltunga zu erleben.

Wie wir später feststellen sollten wären wir da oben aber auch bei einer Übernachtung wahrscheinlich nicht wirklich alleine gewesen.

Lest alles über die Erfahrungen, die wir auf unserer Norwegen Rundreise gemacht haben hier:
Unser 2 Wochen Roadtrip durch den Süden Norwegens (Reiseroute)

Wenn Euch unsere Packliste für Norwegen interessiert, mit den Dingen, die unserer Meinung wichtig sind auf einer Rundreise durch Norwegen, dann klickt hier.

Mit dem Bus, dem Auto oder zu Fuß zum Trolltunga?

Nach einer Übernachtung auf dem eher mäßigen Odda Campingplatz (zu voll, zu klein, zu unpersönlich) machten wir uns um 6 Uhr morgens auf mit dem Auto zum Trolltunga Parkplatz in Skjeggedal. Wir hatten auch überlegt den Shuttle-Bus zu nehmen, der auch direkt vom Campingplatz losgefahren wäre. Aber wenn man eh schon einen (Miet-)Wagen parat hat, dann ist der Shuttlebus wenig sinnvoll, da er 150 NOK für die Hinfahrt kostet und nochmal 100 NOK für die Rückfahrt… und das pro Person! Damit ist man bei 500 NOK – also über 50€ – für 2 Personen. Das Parken direkt am Skjeggedal Parplatz kostet aber nur 300 NOK pro 12h. D.h es lohnt sich auf jeden Fall selbst zu fahren und oben zu Parken. So ist man auch weniger abhängig vom Busfahrplan.

Das Parkticket ist nicht wirklich teurer als das Ticket für den Bus

Eine weitere Möglichkeit ist es auch nicht ganz bis zum Skjeggedal zu fahren, sondern direkt am Beginn der Privatstraße (ein paar km vor Skjeggedal) am Tyssedal Parkplatz zu parken. Dieser kostet nur 150 NOK pro 12h, aber man ist dann auch wieder auf den Bus angewiesen, um weiter zu kommen. Oder man versucht wie manche per Anhalter weiter zu kommen.

8 km Ersparnis durch eine neue Straße

Daher hatten wir uns entschieden direkt bis zum Skjeggedal Parkplatz zu fahren. Als wir dann oben angekommen waren, haben wir eine Werbetafel gesehen, die einen neuen Parkplatz und eine neue Serpentinenstraße anpries, mit der man sich 4 km (pro Strecke) spart und direkt oben auf dem Berg parken kann.

Man hat nämlich jetzt nur noch die Möglichkeit die alte Strecke durch den Wald zu laufen, was aber anscheinend niemand mehr macht. Oder man läuft zu Fuß die neue Serpentinenstraße hoch. Das ist nämlich kostenlos. Und so wie es aussieht machen dies auch die meisten Wanderer! Die alte Funicular – mit der früher viele Leute die Strecke abgekürzt haben – ist übrigens durch diese neue Serpentinenstraße durchschnitten worden und kann nun nicht mehr begangen werden.

Wir haben uns nun also dafür entschieden insgesamt 8 km Weg zu sparen und die 500 NOK zu bezahlen, die dafür verlangt werden, die Serpentinenstraße hoch zufahren und oben auf einem der 40 Parkplätze zu parken. Man sollte also auch früh an der Schranke sein, da die 40 Plätze schnell voll sind.

Die Wanderung

Vom oberen Parkplatz ging dann die eigentliche Wanderung los. Und schon von Anfang an sind uns die Massen an Menschen aufgefallen, die hinter, vor und manchmal auch neben uns waren. Und die alle das gleiche Ziel hatten wie wir. Zeitweise fühlten wir uns auch etwas gehetzt, da wir nicht die schnellsten Wanderer sind und so ziemlich häufig Leute vorbei gelassen haben.
Das war unserer Meinung nach auch der größte Nachteil dieser Wanderung: die vielen anderen Leute. Und nicht nur dass sehr viele mit uns Richtung Trollzunge gelaufen sind, es sind uns auch eine große Anzahl an Hikern entgegen gekommen. Das bedeutet also, dass eine nicht wirklich kleine Menge an Wanderern auch die Nacht auf dem Berg verbracht hat und vermutlich (wie wir auch) gedacht hatten, dann mit nur wenigen anderen den Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang auf dem Berg bestaunen zu können. Bei der Anzahl an Leuten, die uns entgegen kamen, ist man durch eine Übernachtung am Berg wahrscheinlich nicht mit weniger Leuten auf der Felsspitze als wenn man morgens früh los läuft.

Wenn man dann ganz vorne am Abgrund steht ist es schon ein ganz besonderes Gefühl, das man aber leider nicht lange genießen kann, denn die anderen warten schon und sind natürlich auch froh, wenn man sich mit seinem Foto nicht allzu viel Zeit lässt.

Mein Tipp: Früh loslaufen!

Das ist dann auch der größte Tipp, den ich geben kann, wenn man sich für ein Foto am Trolltunga anstellen will (denn man muss sich immer anstellen): Lauft so früh wie möglich los!

Nach etwas über 4 Stunden und 11 km hatten wir das heiß ersehnte Ziel um ca 11:30 Uhr erreicht. Die Schlange, an die man sich anstellen musste, reichte schon bis an die Leiter heran, die herunter zur Trollzunge führte. Ich stellte mich brav in die Reihe und nach ca. 45 Minuten war ich dran und konnte mich von Sabrina fotografieren lassen.

Mit der Drohne zu fliegen ist am Trolltunga übrigens verboten, aber natürlich haben wir trotzdem welche fliegen sehen.

Noch ein Tipp für Pärchenbilder

Ein guter Tipp übrigens ist es, ein anderen Pärchen in der Schlange hinter einem zu finden, mit dem man dann einen Foto-Pakt schließt. Einer von denen beiden fotografiert Euch, einzeln und zusammen. Und wenn die an der Reihe sind läuft einer von euch hoch und schießt die entsprechenden Bilder von ihnen. So muss keiner stundenlang mit der Kamera am Fotopunkt verharren und man muss sich als Pärchen auch nicht zweimal anstellen.

Nach dem wir noch etwas die Atmosphäre genossen haben sind wir um ca. 13 Uhr auf den Rückweg aufgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt war die Schlange schon etwa dreimal so lang wie am Anfang. Und auf unserem Rückweg sind uns auch immer noch viele Leute entgegen gekommen.

Abschließend kann ich sagen, dass man diese Wanderung sicherlich gegangen sein muss, wenn man in Norwegen ist und dass ein Foto auf der Felsspitze auch in jedes Norwegen-Fotobuch gehört. Aber trotzdem fand ich die Wanderung landschaftlich weitaus weniger spannend als ich das vermutet hatte und auch weniger beeindruckend als z.B. unsere Wanderung am Knutshoe. Außerdem waren nach unserem Geschmack eindeutig zu viele Menschen auf der gleichen Reise wie wir. Das hat die Atmosphäre etwas gestört. Wir sind lieber auf den Routen unterwegs, wo wir fast die einzigen Menschen sind.

Was habt ihr für Erfahrungen auf Eurer Wanderung gemacht? Berichtet es uns in den Kommentaren!

Weitere Tipps für Eure Norwegen-Reise

RELATED POSTS
4 Comments
  1. Antworten

    Thomas Löbenbrück

    12. November 2017

    Hallo Andreas, Danke für den schönen Reiseblog zu Norwegen, ich habe sofort wieder die Sommerbilder vor Augen. Ein kleiner Tip zur Trolltunga: Ich war Ende Juni/Anfang Juli dort, am Wochenende. Bin Freitag ca 16.00 Uhr vom Parkplatz los (die neuen Serpentinen waren noch im Bau, also erstmal steil, steinig und teils glitschig hoch). In meiner Richtung war kaum jemand unterwegs und je höher ich kam, ebbte auch der Strom der Entgegenkommenden ab, ca. 21.00 Uhr war ich am Ziel. Auf dem weitläufigen Gebiet zwischen Trollzunge und Hütte verteilten sich ca. 10 kleine Zelte, die Zunge war komplett für mich „reserviert“. Die Nacht war ein Genuss im Zelt auf dem weichen Moos und am nächsten Morgen bekam ich nochmals tolle Fotos in einer ganz anderen Lichtstimmung (alles ohne Gedränge oder gar Wartezeit). Ca. 11.00 Uhr am Samstag wurde es voll und ich machte mich auf den Rückweg. Übrigens, einige 100 m hinter der Trollzunge gibt es auch noch sehr schöne Ausblicke (der „kleine Preikestolen“). Also, Abends und Morgens kann man sogar in der Ferienzeit diesen Hotspot in Ruhe genießen, ein absolutes Highlight der Reise.

    Herzliche Grüße
    Thomas

    • Antworten

      Andreas

      14. November 2017

      Hallo Thomas,

      ja das hätte ich aber nicht gedacht, dass man trotz der vielen Wanderer eine Gelegenheit hat dort fast für sich alleine zu sein. Muss ein ganz besonderes Gefühl gewesen sein.

      Uns kamen sogar noch Leute entgegen, als wir schon fast wieder am Parkplatz waren. Die müssen dann entweder verdammt schnell gelaufen sein, oder weit vor dem Ziel übernachtet haben.

      Das mit dem kleinen Preikestolen hatten wir auch schon gelesen, aber wir waren so schon froh den Weg zurück zum Parkplatz wieder geschafft zu haben! 😀

      Noch viele schöne Reisen wünschen,
      Andreas und Sabrina

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

%d Bloggern gefällt das: